Epilog:
Hallo ihr Lieben zu Hause an den PC – Bildschirmen. Weder waren wir zu faul zum
Scheiben, noch wurden wir vom Bären gefressen (obwohl es nah dran war – siehe Blogeintrag^^),
wir hatten schlichtweg weder Internet noch Handyempfang und so konnten wir die
vorhergehenden Tage (inklusive 1 Tag Grand Teton) leider erst jetzt
reinstellen. Jedoch wünschen wir euch viel Spaß beim Lesen!
So
zurückhaltend der Yellowstone am Anfang – gerade im Bezug auf Tiere – auch war,
verabschiedet hat er uns ordentlich. Als wir im morgendlichen Raureif über die
Fishing Bridge fuhren, rief Papa ganz aufgeregt: „Bären!“ Wir dachten: Huch,
wir sind doch noch gar nicht da, träumt Papa etwa noch? Aber nein, auf der
linken Seite der Brücke, konnte man ein Stück entfernt zwei braune runde Punkte
erkennen. Schnell anhalten! Wir stürmten aus dem Mobil und stolperten über zwei
ältere Herrschaften mit Spektiv, die ihrerseits aufgeregt zum Auto stürmten.
Vom Brückengeländer aus wurde durch das Leica – Fernglas festgestellt (daher
waren wir uns sicher, dass es keine braunen rollenden Steine waren^^), dass es
eine Grizzlymama mit „cub“ (Bärenkind) war, die da am Ufer entlang in unsere
Richtung trottete.
Hinter uns versammelten sich mittlerweile nicht nur das
aufgeregte Pärchen, sondern auch eine ganze Busladung inklusive gelben Bus. Nun
hatte uns der Bär auch wahrgenommen, aber wohl bei der Menge an Menschen einen
anderen Fluchtweg auserkoren. Er rannte, von dem kleinen gefolgt, einfach den
Hügel hoch und verschwand zwischen den Büschen. Ein chaotisches Gewusel begann
um uns, da die Rentner wie aufgescheuchte Hühner in den Bus stürmten, der zum
Wenden weiterfuhr. Wir dagegen stellten uns einfach neben unser Mobil und
mussten nicht lange warten: In ca. 40 m Entfernung überquerte das Bärenduo die
Straße und trabte auf der anderen Seite den steilen Abhang hinauf und ward
nicht mehr gesehen. Tja da kam der Postbus wohl zu spät. An der Luderstelle
fuhren wir an einer Menge Autos und in Jack Wolfskin gehüllten Touristen
vorbei, die mit dem Auge schon fast am Spektiv angefroren waren. Ein kurzer
Blick durch das Fernglas bestätigte uns: 2 Grizzlys, 1 Wolf. Also schien es
doch ein etwas größeres „Luder“ zu sein, vielleicht doch ein Bison?
Unsere Fahrt
ging weiter Richtung West Entrance, immer noch klebten wir an der Scheibe, in
der Hoffnung im Moosegebiet noch einen solchen zu entdecken. Diesen sahen wir
erst nicht, dafür aber einen Coyoten, der ein wohl überfahrenes junges Mule
Deer für sich eingenommen hatte und nun versuchte große Teile davon zu
verschlingen, bevor ihm jemand zuvor kam.
Sich hektisch umblickend, mampfte er
und versuchte immer wieder seine Beute von der sich mehrenden Fotografenmenge
weg zu ziehen. Da wir als eine der ersten angehalten hatten, blockierten wir
nun aber leider die Straße und mussten in eine etwas weiter entfernte Nische am
Straßenrand ausweichen. Papa fuhr fort den Coyoten mit den sich nun auch ansammelnden
Raben zu fotografieren, während wir (Mama) das Frühstück vorbereiteten und
duschten (Jule). Das Duschwasser war aber inzwischen schon wieder kalt geworden
und so erwärmte Mama dankenswerterweise Wasser im Topf! Leider wollte sich kein
großer Moose blicken lassen, dafür haben wir aber beim sehr genauen Hingucken
eine neue Elchart entdeckt: Alces minor, der gemeine kleine Baumelch, der sich
in Baumkronen wohnend von Ast zu Ast schwingt und deswegen am Boden keine
Spuren hinterlässt.
Am West Entrance angekommen, standen wir plötzlich inmitten
einer kleinen Outletcenterstadt, in der es reduzierte Yellowstoneartikel vom T-
Shirt bis zum Magnet in jeder Form und Größe gab.
Zufrieden mit unseren
Eindrücken und Erfahrungen, brummten wir durch Idaho. Mit blühenden
Landschaften (Rapsfelder und Weiden), in denen die Bisons mittlerweile gegen
Angusrinder ausgetauscht worden waren (es gibt hier durchaus Leute, die dafür
stimmen, den Bisonschutz außerhalb des Parks aufzuheben, um ihr von den Rindern
beweidetes Grasland nicht zu „gefährden“!). An beiden Seiten der Straßen
hielten wir nur an, um eventuell einen überfahrenen Fuchs, Waschbären oder
Coyoten zu fotografieren oder um zu tanken. Gegen 17.00 Uhr fuhren wir in Twin
Falls ein, welches durch eine große Schlucht am Rande der Stadt und einen darin
fließenden Fluss seinen Namen hat und fanden nach kurzer Suche einen schönen
kleinen günstigen (15 $ die Nacht, äußerst preiswert!) Campground, direkt am
Fluss gelegen. Hier gab es Strom und Wasser und Grills, die wir gleich zum BBQ
machen nutzten. Neben dem guten Rind gab es an dem Abend auch noch eine andere,
etwas flauschigere Delikatesse! J Hannes und Jule grillten erstmals
Riesenmarshmallows über den kleinen Flammen des Grills. Das war lecker! „Die
wärden ümmer mähr imm Muuuund!“ war Mama’s Eindruck nach der ersten Kostprobe,
wohingegen Papa fleißig weiter auf den flauschigen süßen Zuckerkissen
rumkaute und dabei beide Backen
vollgestopft hatte – wie ein Hörnchen, das Wintervorräte sammelt! J
Na dann Gute Nacht!
Hallo Ihr Chaoscamper,
AntwortenLöschenNa ein Glück, dass die Bären ihr "Luder" hatten! Da wart ihr ja ganz erfolgreich mit den Tierchen! Und den "Alces minor" habt ihr uns voraus, wir hatten allerdings zumindest im Teton 2 x Mooses und auch ein Pika, letzteres leider zu schnell für´s Foto. Die Kälte können wir nachvollziehen, wir fanden es Anfang August dort auch schon arschkalt und haben morgens das Mobilchen geheizt!
Apropos: Mobilchen (C30) und Flüge nach/ab Seattle für nächstes Jahr sind komplett gebucht!
Wir lesen eure Einträge nach wie vor mit großem Vergnügen, sind (nur ein bisschen!) neidisch und komisch, immer noch kommt uns so viel bekannt vor!
Übrigens: Wenn ihr wieder in Europa seid: Am 4.10. 19.00 läuft unser Vortrag über die Reise in etwas neu aufbereiteter und perfektionierter Form in Full-HD-Ton-Präsentation zur Eröffnung des 7. Potsdamer Naturfotoherbstes im Haus der Natur!
beste Grüße
Frank