Freitag, 31. August 2012

450m Höhenunterschied -auf zum Angels Landing


Unser zweiter Tag im Zion begann. Heute wollten wir wie die Bergziegen auf einen Berg klettern, aber nicht auf irgendeinen Berg. Angel‘s Landing erhob sich 1765 m über uns, das klingt erstmal nicht viel, aber wir hatten 8km in Strecke und 450m Höhenunterschied zu bewerkstelligen. Außerdem besagt der heilige Reiseführer: „Der Weg zu Angel’s Landing verläuft teilweise über einen schmalen Felsrücken und ist für nicht Schwindelfreie ungeeignet.“, im Klartext: Nix für MamaJ! „Aber wo dicke Touris hochkommen, komm ich allemal hoch, ich will auch mal Engel sein.“ Nach dem Frühstück und eine dreiviertel Stunde früher als gestern bestiegen wir den Shuttlebus, ließen uns von Kristina fahren und stiegen bei The Grotto’s aus. Da gab es auch eine Horse – Riding  - Tour, der Mama wehmütig hinterher blickte, aber das wollten wir den armen Pferden nicht zumuten. Schließlich mussten wir da alleine hoch und das erste Stück ging auch ganz gut. Am Anfang der Strecke fanden wir eine tote, nicht mehr allzu frische Fledermaus, eine kleine Myotisart. Begleitet von den kleinen Streifenhörnchen, die uns mit ihrem hektischen Gehüpfe den Weg wiesen, kraxelten wir die ersten paar Meter nach oben bis zum Scout Lookout, wo wir nach einer Stunde Wanderung eine Pause einlegten und Kekse mampfend zusahen wie sich die kleinen Chipmunks mit Krümeln die Backen vollstopften. Ein großes Highlight kreiste kurz darauf über unseren Köpfen: die einzigen beiden Condore des Nationalparks – eine echte Rarität! Sie hießen A3 und 99, wie man auf den Flügelmarken deutlich erkennen konnte. 


Nach einer kurzen Pause, wollten wir nun den unsichersten Teil des Weges angehen. Dieser stellte sich als jedoch steiler und weiter heraus, als wir befürchtet. Außerdem war es eine Art Einbahnstraße, sodass man sich mit den entgegenkommenden Touristen sowohl an den breiteren als auch weniger breiten Stellen irgendwie arrangieren musste. Auch unsere Wanderstöcke deponierten wir, da sie uns hier oben wirklich keine Hilfe waren. Es schien kein Ende zu nehmen, aber irgendwann war der Berg zu Ende und kleine Haufen von Touristengruppen zeigten uns das Ende unseres Aufstiegs an. 



Im Austausch mit einem aus Frankfurt / Main stammenden Pärchen tätigten wir die unausweichlichen und hart erwanderten Gipfelphotos, wieder gab es als Belohnung diesmal eine blaue Rittersporttafel. Wäre man ein Engel, hätte man problemlos ins Tal segeln können, aber wir mussten leider auf dem vom Teufelchen in den Berg geritzten Wanderweg wieder zurück ins Tal. Beim Zurückkriechen staute sich vor uns eine lange Schlange von Touristen wegen des bereits erwähnten Engpasses. Als wir gerade am Scout Lookout angelandet waren, fing es an zu regnen – ja man glaubt es kaum: REGEN! Also irgendwo unterstellen. Trotzdem wurden wir doch noch ein bisschen nass, aber es hörte auch schnell wieder auf. 



Es war ein wenig glitschig als wir jetzt nach unten wanderten und die anderen, die den Trip noch vor sich hatten, mitleidig anguckten und sie mit einem aufmunternden Lächeln begrüßten. Unten angekommen, erwischten wir einen Shuttle in Richtung Watchman Campground und freuten uns schon auf das kühle Bad im Virgin River. Einmal noch kurz im Visitor Center vorbeigeguckt und dann ab in den Fluss, der heute allerdings schlammig und voll mit Blättern und kleinen Ästchen war, also kühl, aber nicht so schön anzusehen. Des Weiteren wollten wir die Internetmöglichkeit nutzen und fuhren mit dem Mobil in die Stadt, da wir auch am Rande des Campgrounds Wasser auffüllen und die Dumpstation nutzen mussten. Wenigstens gab es in Springdale in einem Café für 4,75 $ einen Mango – Smoothie und eine halbe Stunde gratis Internet, was Hannes und Papa ausnutzten, während wir eine Butter und 20 Briefmarken im Market erstanden. Der Abend konnte kommen. Um uns herum hatten sich viele amerikanische Familien mit großen Campingstuhlkreisen und Grills platziert, da ja dieses Wochenende „Labor Day Weekend“ war. Wir verspeisten die restlichen Nudeln und jeder bekam noch drei unserer ersten selbstgemachten Pancakes mit dem zuvor im Kühlschrank halb ausgelaufenen Syrup dazu – es war köstlich süüüüüüüüüüüüüüüüßJ!  Nach dem Film „Ich – Unverbesserlich“ (sehr empfehlenswert!), fielen wir glücklich und mit einem „Es ist so flauschiiiiiig!“ auf den Lippen ins Bett, denn morgen mussten wir wieder früh raus!

Donnerstag, 30. August 2012

Die Narrows erkunden :)


Dieser Tag begann früh, denn heute wollten wir einen Teil des Zion Nationalparks erkunden: „The Narrows“. Nach dem Frühstück schlüpften wir in unsere Wanderschuhe und schnallten uns die mit Proviant, Ersatzklamotten und Wasser gefüllten Rucksäcke auf. Mit Mona als unseren „Operator“ im Shuttle ging es bis zum „Temple of Sinawava“, vorbei an anderen Shuttlestops, von wo aus man andere Wander- und „Hike“ – Ziele erreichen konnten. Erklärt wurde einem das von einer netten, auf Tonband aufgenommenen Stimme, die vor jedem Ausstieg: „Please check, if you have all your belongings.“ in den Bus hauchte. Leider konnten wir, hinten sitzend, nur einen Teil der Erklärungen verstehen, da sie zum einen vom Bus - Motor hinten überdröhnt und einem kontinuierlich durchweg schreienden Kleinkind übertönt wurden. Zum Glück stieg das Baby bald aus, also es wurde von der Mama einfach in den dafür vorgesehenen Outdoor – Baby – Tragerucksack gesteckt, allerdings genau an derselben Haltestelle wie wir – der letzten, dem „Temple of Sinawava“. Von hier aus konnte man problemlos in Richtung der Narrows wandern, Hörnchen beobachten wie sie in die Mülleimer plumpsten, um mit vollgestopften Backen wieder aus selbigen zu kommen oder auch die vorhandenen und mit viel Geschmack errichteten Einrichtungen nutzen, was 75 % der Familie sogleich ausnutzte. Mit einigen anderen Leuten machten wir uns auf den Riverside Walk, der wie der Name schon sagt, neben dem Fluss verläuft, entlang zu watscheln, hier und da über putzige Grauhörnchen stolpernd, die uns alle mit einem nach Erdnüssen lechzenden Blick ansahen. 


Ein besonders dickes wurde, da es nicht so schnell weglaufen konnte und gerade ganz dekorativ auf einem Felsbrocken saß, von Papa als Fotomotiv auserkoren. Während Papa also nun mit dem Fotoapparat über den Stein robbte und dem Hörnchen immer näher kam, saß dieses etwas pikiert auf dem Stein und guckte das Etwas an, was da immer näher auf es zu kroch. Am Ende war es von dem vielen Klicken so betäubt, dass es noch einige Minuten lang regungslos sitzen blieb, als wir schon weiterliefen. Am Ende des Walks angekommen, war es Zeit die Globetrottersandalen auszupacken, sich einen durch nette Vorreisende dagelassenen Spazierstock zu grabschen und sich für erste Panoramafotos in die Fluten zu stürzen. Schon am Anfang merkte man, dass so ein Stock und das richtige Schuhwerk Gold wert waren, da die Strömung an manchen Stellen stark war und man sich so gut vorantasten konnte. Auch war es gar nicht so einfach einzusehen, wie tief das Wasser an manchen Stellen war und so mussten wir nicht unsere Wechselklamotten in Anspruch nehmen. Es gab auch Leute, die barfuß ohne Wechselklamotten durch die Fluten hüpften, aber dieses Risiko wollten wir nicht eingehen, da uns die nette Parkrangerin am Infopoint gesagt hatte, dass selbst sie schon zweimal reingefallen war. Wir waren recht früh losgelaufen und so konnten wir bei wenigen Sonnenstrahlen angenehm im Schatten laufen. Hinter jeder Kurve ragte eine neue, anders aussehende Felsformation auf und all das Geröll, das hier bei Sturzfluten durchgespült wurde, lag dekorativ verteilt im Flussbett. Auch wenn wir früh losgelaufen waren, war es dennoch nicht einfach ein Foto zu machen, ohne dass man später den Eindruck hatte, wir wären mit einer Reisegruppe unterwegs. Neben den vielen Touristen sahen wir auch etwas Seltenes: einen Kolibri und mehrere Tiger – Swallow – Tails, riesige Schwalbenschwanzschmetterlinge. Auf einem großen Stein aßen wir unsere Sandwiches und beobachteten die anderen Leute, die entweder zum Anfang dümpelten oder noch eine Flusskurve umschiffen wollten. Wir machten uns dann aber auf den Rückweg, da es bereits 13.00 Uhr war und wir noch ein Weilchen zurücklaufen mussten. Da nachmittags die Flutgefahr am größten und heute mit „moderate“ ausgewiesen war, wollten wir das lieber nicht riskieren. Gerade als wir aufbrechen wollten, entdeckten wir eine Fledermaus mit weißen Streifen, die am hellerlichten Tag über uns herum sauste und Wasser aus dem Fluss schöpfte. Nun war es sehr sonnig und da der Fluss in Kurven verlief, schien die Sonne nun anders auf das Wasser als auf unserem Hinweg.


Durch das Wasser watend sahen wir viele bekannte Gesichter wie z.B. unsere Nachbarn vom Zeltplatz. Am Ende angekommen, waren wir sehr dankbar schon durch gewesen zu sein, da die Masse an Menschen jetzt erst loslief. Auf der Rücktour mit dem Shuttle stiegen wir noch am Museum aus, sahen uns die Infowände über die hier einst ansässig gewesenen Ureinwohnern, den Hopi, an und bestaunten – Mama und Papa zumindest- während Hannes und Jule sie suchten- einen Film über den Nationalpark. Um einer japanischen Reisegruppe zu entfliehen, sprangen wir in den nächsten Shuttlebus, in dem Hannes und Jule sofort einschliefen. Um wieder aufzuwachen, gingen wir noch einmal in unserer einzigen Wasserquelle, dem Virgin River, baden. Um unsere einzige Internetmöglichkeit zu nutzen, liefen wir (der nette Ranger am Touriausgang ließ uns freundlicherweise ohne Nationalparkpass  passieren) zum Shuttlebus, der uns von Linda gefahren in Springdale rausließ. Dort ergriffen wir die einmalige wie auch unsagbar günstige (mit 5 $ die Stunde) Gelegenheit ins Internet zu gelangen. Während Mama und Hannes den Blog einstellten, sah Jule sich ein Interview mit der Schildkröte (alias John McCain) und seiner Frau auf CNN an. 


Vorbei an Gift Shops – überall die Made aus China, Pizza & Noodles und einem Market, in dem wir noch ein Toastbrot und Schwarzbrot (!!!) erstanden, ging es wieder zurück auf den Campingground. Als wir Spaghetti mit Tomatensoße und einen amerikanischen Vanillepudding vorbereiteten, der Mama und Papa stark an einen sogenannten „So fix“ – Pudding aus DDR – Zeiten erinnerte, zogen erste graue Wolken hoch. Trotz alledem wollte Papa den Vortrag des Rangers über dessen Kindheit, nein über die Wildnis J anhören. Die Dame sprach schneller als der Wind, der gegen Ende der Bildershow über uns hinwegfegte und einige Zuhörer dazu veranlasste im Laufschritt ihr Mobil aufzusuchen. Auch wir kamen noch rechtzeitig an, bevor das Unwetter losging und schlossen mit 2 Folgen ALF den Abend ab. 

Mittwoch, 29. August 2012

Auf zum Zion!


Der Morgen begann mit einer Suche nach Briefmarken und Internet. Eigentlich wollten wir uns auch noch am Pool sonnen, aber der machte nicht vor um 08.00 Uhr auf und da es erst kurz nach halb acht war, mussten wir mit der Picknicksitzbank Vorlieb nehmen Nach dem Frühstück verließen wir Las Vegas in Richtung Zion Nationalpark. Eigentlich sollte dies eine kurze ereignislose Fahrt werden, aber das war unserem Navigationssystem nicht bewusst und da der Nationalpark keine richtige Adresse hatte, fuhren wir ein wenig im Kreis. Schließlich fanden wir ihn aber doch und auch nach einer netten Einweisung durch die Rangerdame in dem Häuschen mit dem coolen Hut und der noch cooleren Sonnenbrille, kamen wir sogar an unser Ziel: unseren Stellplatz. Die Freude allerdings währte nicht allzu lange, als wir feststellten, dass wir keinen Wasseranschluss hier hatten. Kein Problem, dachten wir, gehen wir eben duschen. Weit gefehlt! Wir hatten den kleingedruckten Absatz: „Showers and laundry are available for a fee in Springdale“(das ist das Kaff neben dem Zion Nationalpark) überlesen. Aha, man konnte also gegen Gebühr in Springdale duschen… wie biiiitttteee? Wie jetzt, was jetzt? Drei Tage stinken? Zu unserem Glück waren ja wenigstens noch Toiletten auf dem Campingplatzübersichtsplan eingezeichnet. Als wir diese (Hannes, Mama, Jule – Papa hatten wir am Mobil gelassen, da er sich heute Morgen beim Scheibenputzen das Kreuz verrenkt hatte) suchten, stellten wir fest, dass sie sich gerade noch im Bau befanden – juchee. Doch am Anfang des Campingplatzes befanden sich 2 Toilettenhäuschen, wenigstens etwas. Ein definitiver Trostpreis war der Virgin River, der neben dem Campingplatz entlang brauste. Auch bis zum Visitor Center war es nicht weit und wir erkundigten uns nach den Bedingungen für unsere Unternehmungsziele der nächsten beiden Tage, eventuellen Erlaubnissen dafür und dem Wetter. Außerdem statteten wir dem Gift Shop gleich noch einen Besuch ab und erstanden neben schicken Zion Trinkflaschen (Mehrweg, einer der wenigen Öko- Nationalparks, die keine Plastetrinkflaschen verkauften), noch Postkarten, etwaige süße kleine Plüschtiere und Aufkleber. Als wir zurückkamen, schlief Papa nicht wie erwartet, sondern hockte zwischen den Sonnenblumen, von denen es hier eine ganze Menge auf dem Platz gab, und dachte wir seien verschollen. Als nächstes hüpften wir in den Fluss, der schön kalt war, denn obwohl es hier „kühler“ war als in Las Vegas war es immer noch sehr warm (39°C). Im Fluss dümpelte eine frische Bierdose, die zwischen zwei Steinen festhang, herum. Da sie noch gut war, wurde sie kurzerhand eingesteckt (Wer‘ s findet, darf‘ s behalten!). Am Abend war noch grillen angesagt, also gab es noch Steaks, Bratwurst (oder was auch immer das hier ist), Sour Cream mit viel Knoblauch, Kartoffeln, Avocadocreme und Salat. Während Hannes und Jule abwuschen und dabei eine Folge ALF sahen, gingen die Erziehungsberechtigten des Wohnmobils noch Tiere gucken und Papa zauberte im Dunkeln doch schließlich noch eine Kröte unter der Kaffee –Kohlen – Anzünd – Dose hervor. Doch auch die Kröte hatte bald keine Lust mehr fotografiert zu werden und hüpfte in die Dunkelheit, um sich ein schönes Plätzchen am Fluss zu suchen. 

Dienstag, 28. August 2012

Shoppen!


Heute war Shoppingtag angesagt, nach freundlicher Empfehlung der hier schon zuvor gewesenen Zimmermanns. Unser Frühstücksplatz lag glücklicherweise im Schatten, denn auch jetzt knallte die Sonne unnachgiebig auf Las Vegas- gefühlte 35 °C im Schatten. Die freundlichen Wohnmobilnachbarn hatten uns mit Almosen bedacht, worunter sich 12 Kleiderbügel befanden, die wir sofort für die erste Wäsche nutzten. Um der Hitze zu entfleuchen fuhren wir mit unserem Mobilchen bis dirket vor das Las Vegas South Outlet. 




Hier gab es alles was man brauchte und meistens auch nicht brauchte und wie auch alles in den Staaten war es einfach riesig. Nachdem wir festgestellt hatten, dass es doch nicht soooo billig war und wir unsere Jeans und andere Bekleidungsutensilien ergattert hatten, aßen wir richtig amerikanisch- also Fast Food. Burger King rückt hier genauso kleine Burger raus wie in Deutschland und das chinesische Essen ist in Deutschland auch besser J“!  Als Getränke hatten wir 2 mittlere Cola (1l!!!) und etwas, das wie WC – Reiniger roch und schmeckte, allerdings Zitronenlimonade darstellen sollte. Neben den Läden (Wrangler & Lee, Levis, Puma, Adidas, Billabong, Rip Curl, Quiksilver, Nike, Tommy Hilfiger, Brooks Brothers, Calvin Klein…) gab es auch interessante kleine Kaufstände in der Mitte der Laufmeile. Hier konnte man kleine Schleimkugeln, die aussahen wie Tiere oder Smilies auf den Boden klatschen, teure Wickelkleider und Kosmetik erstehen und ein Mann bügelte stundenlang, die von ihm zuvor per Hand aufwendig zerknitterten Hemden. Das Highlight aber war, neben dem Fakt, dass man ständig darauf hingewiesen wurde, dass man doch etwas kaufen möge, ein Stand, an dem es „Haarwuchspuder“ gab und das Video dazu war ein echter Blockbuster. Das ging so: Auf dem zweigeteilten Bildschirm befanden sich links ein rotierender Männerkopf mit Halbglatze und rechts offenbar derselbe mit vollerem Haarbewuchs, was durch das angepriesene Puder – vermutlich bestehend aus Backpulver, DDT und Birkenhaarwasser – bewirkt worden sein sollte. Papa’s Kommentar war der folgende: „Und wenn der Typ raus ist aus dem Outlet sind die restlichen Haare auch noch weg!“ J Auf unserem Weg zum Ausgang kamen wir nur wenig später an einem Stand mit Perücken vorbei, aha das war hier alles also wohl durchdacht und geplant. Hannes hatte mit seinem Handy bereits gemessen, dass er allein im Outletcenter 13 km zurückgelegt hatte. Kurz vor dem Ausgang erstürmten wir noch einen kitschigen Las Vegas – Laden, in dem es allerlei Krimskrams zu erstehen gab. Auf dem Rückweg – Hannes war völlig erledigt und hatte die Nase voll, tankten wir erneut unser Schluckspechtchen und fassten in einem Kaufcenter mit Megaverpackungen noch einen Milchkanister, diverse Getränke (es lebe die Wegwerfgesellschaft) und Gemüse/Obst sowie ein Monster-Mega-großes Knoblauchhuhn nach. Wieder daheim ging gerade die Sonne unter und damit Jules Traum vom Sonnenbad am Pool. In diesen sprangen wir trotzdem noch rein um uns etwas abzukühlen, während über uns in der Dämmerung zwei knuffige Fledermäuschen nach Hufeisenfledermausmanier surrend jagten. Im Dunkeln gabs bei immer noch großer Hitze das Hühnchen mit Reis und frischen Möhrchen J! Sehr zum Unmut der Jugend schaltete sich um 22.00 Uhr (im Land der begrenzten Unmöglichkeiten) das für 24 h (!!!) bezahlten Internet vorfristig ab. Für heute war die Welt mit dem Chatten nicht mehr zu retten. 

Montag, 27. August 2012

Auf in die Stadt der Sünden :D


Die Nacht war kurz, der Wecker klingelte um 4.30 Uhr und ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass das nicht meine Zeit ist. 3 / 4 der Familie ging dennoch  noch mal bei einem wunderbaren Sternenhimmel duschen, während ich mein Bett für die Tagbenutzung umbaute. Trotzdem auch ich aufgestanden war, legte ich mich (es war saukalt!) schon eingemummelt hinten auf das Bett und schlief noch ca.3 Stunden, zur Strafe wurde ich auch prompt fotografiert. Die anderen Mitreisenden beschäftigten sich ua. mit: Hannes mit Videospielen, Mama hörte mit meinem I – pod Musik und das Familienoberhaupt fuhr fort Ford zu fahrenJ










Als ich erwachte waren wir bereits auf dem Highway 15 in Richtung Las Vegas. Das straßenbegleitende Mehrbereichsgrün war vertrocknet und vermüllt und heiß schien die Sonne draußen über der Wüste von Nevada. Am Anfang gab es noch einige Orte, die auch wichtige Institutionen wie die University of Phoenix (obwohl wir nicht mal in Arizona geschweige denn in Phoenix waren) beherbergten – ein Glück sind Semesterferien-, aber auch mit viel Müll, toten Truckreifen und Schrott gesäumt waren. Unser Schluckspechtmobilchen hatte bereits fleißig seine 26 l / 100 km aufgesaugt und so winkte uns schon wieder die nächste Tankstelle. Als Papa fleißig tankte, fotografierten Hannes und ich die Trucks, die nebeneinander beim „Truck washing“ standen. Das markierte uns natürlich als Touristen und prompt entstand ein Smalltalk mit einem netten Herrn, der es mit der Zahnvorsorge nicht so genau nahm. Nach diesem Tankstellenbesuch wussten wir auch, dass wir beim nächsten Mal Cash bezahlen, denn das kostet 10 ct pro Gallone (= 3,77 Liter) weniger – gewusst wie spart Energie und Knete. Schließlich waren wir in der tiefsten Wüste angekommen, was natürlich mit einer Photosession vor der Wüste und vor einem Schild, auf dem Las Vegas in 187 Meilen ausgeschildert war, gewürdigt werden musste. Während der Fahrt war jeder mit irgendetwas beschäftigt: Mama las wie man ein mieses Karma verhindert, Hannes schrieb heimatliche Ansichtskarten, Jule las aus den „55 Tipps für Las Vegas“ vor und Papa… ja der fuhr weiter. Bald auch ereilte uns in unserem zum Glück recht kühlen Mobilchen der Hunger und Mama zauberte bei voller Fahrt heiße Hunde mit Toast und wahlweise Ketchup oder Senf auf den Tisch, ohne bei den „Bumps“ (Erhebungen hügelartiger Weise auf der Straße) die Pfanne mit oder ohne die Würstchen ins Cockpit zu schleudern. Fortsetzung folgt…


Gegen 15 Uhr rollen wir Las Vegas entgegen – irgendwie haben wir es uns noch viel größer vorgestellt – sind aber dennoch froh, auf den 4spurigen Highways bald unseren Campground „OASIS“ (der einzige ohne einarmige Banditen, auf den man auch mit dem zarten Alter von Hannes‘ 19 Jahren schon darf) im Zentrum erreicht zu haben. Am Eingang sabbelte uns jemand wortreich nuschelnd mit mehreren Fragen zu. Wir verstanden nur, dass wir nach mitgebrachten Haustieren gefragt werden, ansonsten nur Bahnhof. Das Familienoberhaupt bringt es mit dem 1. Zitat des Tages auf den Punkt: „Habt ihr was verstanden? Ich hab nix verstanden!“.  
Danach tuckerten wir zur Rezeption, an der uns ein freundlicher asiatisch aussehender und sprechender Amerikaner unseren Platz zuwies und das Geld abknöpfte. Obwohl wir eine große Schleife fahren mussten, fanden wir unseren Platz (direkt neben einem Teil der Minigolfanlage) sehr hübsch, zumal er teilweise im Schatten lag, trotz alledem war es entsetzlich heiß, was Hannes mit dem 2. Spruch des Tages kommentierte: „Scheiiß die Wand an, ist das heiß!“, als er unser kühles Mobilchen in die glühende Hitze verließ. Als erstes schnappten wir unsere Sachen und hüpften in den Pool. Es gab einen „adult pool“ und einen „family pool“, wobei beide gleich pisswarm waren und wie Hannes feststellte war der adult pool auch nicht besonders „spannend“. Es gab sogar einen Whirlpool, als Jule allerdings den ersten Zeh reinstreckte, hüpfte sie auf und ab und rief: „Scheiße ist das heiß!“.  Danach machten wir uns auf in die Stadt, um Las Vegas „by night“ zu erkunden. Ein kurzer Fußmarsch in sengender Hitze zur imaginären Bushaltestelle stand uns bevor. Leider war die Bushaltestelle nicht besonders gut ausgeschildert, was zur Folge hatte, dass wir erst nachfragen mussten. Dann standen wir eine ganze Weile in der brütenden Hitze und warteten und warteten…  leider kam der Bus ganz und gar nicht nach dem Zeitplan, den wir an der Rezeption erhalten hatten. Dort hatte man uns gleich den Tipp gegeben lieber ein Taxi zu nehmen, wovon uns allerdings in jedem Reiseführer abgeraten wurde.
Wir waren alle ein wenig entnervt, da wir als (norddeutsch geprägte) Europäer die Hitze nicht gewöhnt waren. 35 Minuten später kam dann doch ein Bus, der zwar alle 100 m anhielt, in dem wir aber bei einem netten Busfahrer mit vermuteten Sonnenstich die Fahrkarten erstehen konnten. An der nächsten Bushaltestelle mussten wir raus und umsteigen. Der nächste Bus kam schnell und ruck zuck waren wir im „Zentrum“ und stiegen vor einem Laden namens Sugarland aus. Ab diesem Zeitpunkt besichtigten wir sehr viele Casinos. Als erstes das Paris, wo wir uns jeder einmal für ein Photo vor einen Spielautomaten setzten. Um uns herum standen Casinos wie das Excalibur, das Ceasar’s Palace (in dem Hangover spielt) und wir liefen bis zum Flamingo, welches das älteste Casino in Las Vegas ist. 















Über die Straßen ging es mit Brücken, auf die man mit Rolltreppen rauf und runter fahren konnte. Als nächstes sahen wir das Wasserfontänenspiel vor dem Bellagio an, welches von Celine Dion begleitet wurde – herrlich kitschig. Überall auf den Straßen fuhren Limosinen in schwarz, weiß und im Hummerformat. Auf den Bürgersteigen hatten viele Leute große, lange Plastebecher in der Hand, aus denen sie bunte smoothieartige Getränke schlürften. Wir wollten auch so was haben, das fanden wir auch schnell und bestellten für 22 $ einen Riesendrink mit Margarita – Füllung. Endlich was Kaltes. 


Nun schlenderten wir die Straße hinunter und tranken so schnell wie möglich, um es nochmal für 15 $– diesmal mit Erdbeer(= Leuna-Buna)-Wodka - auffüllen zu lassen.  Hunger plagte uns irgendwann und wir mussten uns zwischen dem „Panda Express“ und „Rockin‘ Tacko“. Mama und Papa trafen schließlich die Entscheidung für den mexikanischen Schnellimbiss und ich bestellte (wie bei Subways) einen Burrito. Da ich keine Ahnung von Burritos geschweige denn von den Zutaten hatte, entschied ich mich nach Lust und Laune gegen die schwarzen Bohnen und für die rote Soße… das war ein fataler Fehler. Ich weiß nicht mehr was es in dem 9 $ Abendbrot war, das wir uns teilten, aber als ich den ersten Bissen nahm, kam mir der Dampf aus den Ohren und Papa musste einer Stichflamme ausweichen, die ich ausspie. Es trieb einem die Tränen in die Augen (was für meinen Freund gerade die richtige Schärfe wäre, die er ohne Schulterzucken verschlungen hätte) und vor lauter Schärfe  schmeckte man auch kaum was. Aber nun war er schon mal da: „Aufessen!“ sagte Mama, „Das desinfiziert!“ Und so reichte ein Miniburrito locker für 4 Personen. Mexikanisch war damit für uns gegessen! ^^   Unsere „must – go“ – Läden auf der Seite waren eindeutig noch der M&M – Shop, das Harley Davidson Restaurant und das Hardrock Café. Vorbei an verschieden verkleideten Menschen ( sei es nun Hulk, Sylvester von Sylvester  und Tweety, Xena, Wonderwoman, Spiderman, Catwoman, Luigi von Super Mario, ein rosaner Affe, Bumble Bee von Transformers – natürlich deutlich kleiner- Elvis oder Ernie & Bert, die mit Elmo und dem Krümelmonster im Schlepptau winkend und vermutlich unglaublich schwitzend über die Bürgersteige watschelten. Gegen Trinkgelder durfte man sie fotografieren und so filmten wir sie nur. Im Hardrock Café erstanden wir T – Shirts und verloren Papa, der irgendwo rumstand und darauf wartete, dass wir vom Klo wieder kämen, wo wir aber nie waren. Der M&M – Shop erschlug einen mit tonnenweise bunten, künstlichen und natürlich überteuerten Schokolinsen und Schnickschnack. Gegen 22:00 Uhr hatten wir genug vom Glimmer-Glitzer und eigentlich schon die nötige Bettschwere erreicht. Ins OASIS waren es aber noch knapp 7 km. Die Buslinie von der Hinfahrt hielt schon lange nicht mehr an den Haltestellen. Schulbusse (warum immer die auch jetzt noch fuhren) sowieso nicht. Also Fußmarsch in Richtung Umsteigestation.  Darauf waren die amerikanischen Bürger nicht eingestellt. Und so gab es auch keine Bürgersteige. Nicht mal Straßenbeleuchtung. Wir waren die einzigen bei immer noch 35 Grad zu Fuß gehenden Trottel. Typisch Touri. Als an der Umsteigestelle auch kein nächtlicher Bus mehr zu erwarten war, winkten wir erschöpft doch ein Taxi heran. Der freundliche Taxifahrer fragte uns sofort, ob wir das Stück gelaufen waren, wir bejahten dies und kamen uns irgendwie blöd vor. Die typische Frage hier kam natürlich auch: Wo kommt ihr her? Als wir sagten wir kämen aus Deutschland und dazu noch Berlin fragte er sofort „Deutsch Demokratische Republik“? Natürlich was auch sonst J. Jedenfalls hat er uns nicht beschissen und uns für 9 $, die wir gerne gaben – hatte es uns doch eine weitere Stunde Fußmarsch erspart- direkt vor unserem Mobilchen abgesetzt. Dass wir danach alle wie tot uns Bett fielen erklärt sich von selbst. 

Sonntag, 26. August 2012

Yosemite NP mit Mammutbaumbesichtigung


Wenn man schon um 22.00 Uhr ins Bett geht, ist man auch ohne jaulende Beagle (die der hier permanent ansässigen Dame mit der Blechdose gehörten), krächzende Elstern oder weinende Kleinkinder schon mal um 6.45 Uhr wach. Hannes überbrückte das gut mit chatten, während ich noch ein wenig döste und die Elster vor meinem Fenster verscheuchte: „Kscht! Geh weg da!“ J Die Elster belastete das wenig und fuhr fort sich in der Grillasche zu wälzen und sich einige Hamburgerstückchen heraus zu picken.
Stück für Stück erwachte das Mobilchen und erklomm mühsam den kleinen Hügel neben uns, vorbei an einer Calvin Klein Shorts („Wer trägt schon die Unterhose von anderen Männern?“), die schon einige Zeit im Kieferngebüsch lauerten, um zu den Waschräumen zu gelangen.
„Sonntagmorgen, muss Pfannkuchen machen!“ hatte nicht nur das Baby der Dinos gut erkannt und so nahmen wir das Angebot für 2, 99 $ Pancakes and sausages zu speisen gerne an. In dem urigen Mini – Restaurant tummelten sich doch einige und nebenbei lief auf einem großen Fernsehbildschirm ein Junioren – Baseball – Spiel. Nachdem wir 4 Mal das Frühstück auf „Julia“ bestellt hatten, gestand uns ein ebenfalls frühstückender älterer Herr, als er mitbekam dass wir aus Deutschland waren, dass er 1965 einmal in Nürnberg gewohnt hätte, nun aber in Boston an der Ostküste seine Bleibe hatte. Es dauerte auch nicht lang und wir hatten unsere ersten amerikanischen Pancakes mit Ahornsirup und Butter (?) in der einmaligen und ebenfalls ersten Kombination mit Würstchen mit wahlweise Senf und / oder Ketchup … brrrrr! Schließlich bot uns der nette Herr an noch ein Bild von uns zu machen und als wir das Frühstück zusammen mit O – Saft und einem „doch nicht sooo schlechten Kaffee“ (Zitat Papa) einnahmen,  ließen wir uns von Hannes noch die Regeln von Baseball erklären und spendierten ihm dafür eine neue Sonnenbrille als Ersatz für seine gestern zu Bruch gegangene.
Um 08.30 bereiteten wir das Wohnmobil auf die nächste Tour in den Yosemite Nationalpark vor.  Diesmal nutzten wir die Chance, als wir sahen, dass am Eingangsschild gerade gähnende Leere statt Touristenmassen herrschte und wir so ein Selbstauslöserbild vom eigens dafür bereit gestellten Kamerahalter schießen konnten. Wir wollten das auch gleich nutzen, um mit der von Caro gespendeten Flagge ein Bild vor dem Mobilchen zu machen, allerdings kamen jetzt die Touristen. Jedoch konnten wir jemanden bitten ein Photo von uns zu schießen. 


Das nutzte dessen begeisterte, in ein weißes Golfhöschen gekleidete Ehefrau aus, um uns ebenfalls abzulichten. Irgendwie fanden das alle ganz toll – facebook lässt grüßen! In einer besonders scharfen Kurve entschloss sich unser Kühlschrank kurzer Hand den Rest vom gestrigen Salat auszukotzen. Das Malheur zu beseitigen bedurfte schon einiges Geschick zumal Papa unbeeindruckt weiter raste und das Olivenöl nicht nur eine feine Fußbodenpolitur, sondern auch eine Schlitterstrecke vom feinsten hergab.
In Wawona angekommen, begutachteten wir als erstes den General Shop, in dem es neben allerlei überteuertem Haushaltskram auch viele kitschige Souvenirs gab. Direkt daran schlossen wir den Besuch der öffentlichen Sanitäranlagen (Restrooms), des Visitor Centers und des History Centers an, wobei einem wieder einmal vor Augen geführt wurde, dass man da nicht hätte leben wollen.
Nun erwischten wir mit einem Haufen Menschen, unter ihnen mehrere Großfamilien (wieder Chinesen und Indern mit Kindern) den Shuttle zum Mariposa Grove of Giant Sequoias. Dieser war Ausgangspunkt für eine herrliche, schweißtreibende, mehrere Kilometer andauernde, wunderbar staubige Wanderung an den beeindruckenden, teils Jahrhunderte alten Mammutbäumen vorbei. 




Diese hatten – meist ihren Formen entsprechend – passende Namen: Fallen Monarch, Grizzly Giant (mit 1.790 Jahren der älteste noch lebende Mammutbaum), California Tunnel Tree (da kann man durchlaufen, allerdings ist es schwierig ein Photo zu machen, da permanent rücksichtslose asiatische Touristen den Durchgang verstopfen), Faithful Couple (2 zusammen  gewachsene Bäume), Clothespin (ein Baum, der nur im unteren Teil von einem Blitz gespalten worden war), Fallen Wawona Tunnel Tree (1969 umgefallen, früher war der so zersägt, dass Kutschen durchfahren konnten, aber mittlerweile völlig zur Seite geräumt worden ist) und schließlich der Telescope Tree (bei dem kann man innerhalb des Baumes stehen und wenn man nach oben sieht kann man, wenn’s denn soweit ist den Sternenhimmel sehen). Diese gigantische Tour dauerte vier Stunden und wir haben 13 km bergauf, bergab hinter uns gebracht.
Endlich wieder unten angekommen, warteten wir auf den Shuttlebus und vertrieben uns die Zeit im Gift Shop, wo es Häagen Dazs Eis in Magnumform gab! J Recht leer, nur mit wenigen Rückreisenden (trotz alledem waren immer noch eine Menge Leute zu der Zeit zu der Tour aufgebrochen, obwohl Hannes immer meinte: „Wo wollen die denn alle hin? Das schaffen die doch eh nich mehr!“) fuhren wir Wawona entgegen, da wo unser Mobilchen parkte. Dabei schichteten wir eine blaue Ritter Sport Tafel von der Verpackung in uns um und beobachteten Mule Deers. Nachdem wir unsere Schwarzfußindianer – Füße an der Außendusche wieder in sichtbare Füße verwandelt hatten, ging es los, dem Campingplatz entgegen. Das erste Mal tanken und ein weiterer Einkauf, diesmal im Railey’s, in dem wir frische Steaks, Bisonhackfleisch und Hühnchen für das Abendbrot ertstanden – hier hatten wir auch zum ersten Mal den klischéhaften Schüler, der unsere Einkäufe in Papiertüten packte- überstanden wir gut. Ich testete die Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und der Bank of America und nun waren es noch 1 ½ Stunden bis wir das Camp erreichen sollten.

Samstag, 25. August 2012

Yosemite National Park


Diese Nacht war weniger schnarchfrei, aber zum Glück recht kühl und ansonsten ruhig. Bis direkt vor unserem (Jule’s!) Fenster eine Blauelster anfing ein morgendliches „Liedchen“ zu trällern, das heißt, lautstark und in kurzen Abständen zu krächzen. Mann, war das ein Spaß. Irgendwann wurde es dann hell und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Unser erstes Frühstück im Freien wurde von künstlicher Marmelade, einem Acorn Woodpicker (Specht) und entsprechend echten Wespen begleitet. Bei unserem Glück wurde das Familienoberhaupt, was natürlich als einziges Mitglied dieser Familie eine Wespenallergie aufwies, auch unverzüglich gestochen! Natürlich hatte er – war es Wahnsinn oder Leichtsinn- kein Notfallset dabei. Was’n Traum! Zum Glück stand uns die Bierfirma Corona in gefrorener Flaschenform zur Seite, sodass die Hand nur auf die Größe von Hulk anschwoll.  Juchuuu, das war doch der gelungene Start in den Tag, auch ohne Knoppers! Wir räumten sofort ab und warteten noch ein bisschen, ob sich der Hausherr noch in ballonartige Ausmaße ausdehnte, dem war zum Glück nicht so, ein Hoch auf die Desensibilisierung! Für ihn war das natürlich die perfekte Ausrede zu jammern und sich jeder häuslichen Pflicht zu entziehen. Trotzdem wollten wir uns an unseren Tagesplan halten und fuhren nun in Richtung Yosemite Nationalpark.
Dort angekommen und 80 $ ärmer (für ein Jahresticket für alle Nationalparks) arbeiteten wir erst einmal jeden von Chinesen und Indern gesäumten Aussichtspunkt ab und picknickten an einer lauschigen Uferstelle des Merced River. 


Mächtige 1000 m hohe Granitwände und riesige Mammutbäume säumten das Yosemite – Valley der Sierra Nevada. Über allen Klippen thronte der El Capitan (2307 m) und  der Half Dome (2695 m) – so steht es im allwissenden Reiseführer geschriebenJ. Dank des günstig gewählten Wochentages (Samstag!), waren wir natürlich nicht die einzigen Schaulustigen. Obwohl das untertrieben ist, das Tal quoll über und wir bemühten uns in der Menge einen Parkplatz zu ergattern. Dies gelang uns auch, was allerdings mit einem von Papa gewählten Ausdruck bedacht wurde: „Ist jetzt scheißegal, wir bleiben hier stehen!“ (1. Spruch des Tages). Erst herrschte Unstimmigkeit über das Reiseziel, allerdings ordneten wir uns schnell unter, denn in der Sonne war es heiß. Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel – den Lower Yosemite Falls – wurde dieses Phänomen von Hannes mit dem 2. Spruch des Tages verziert. Er sollte auf einen Baumstumpf klettern und durch ein Loch gucken. Papa legte mit dem Fotoapparat an und nach einer Weile verlor Hannes die Nerven und sprach: „Hey mach hinne, die UV – Strahlung ist hier oben enorm!“
Zig Filmminuten von „Bäumen“ (Zitat Hannes, es waren Mammutbäume und Gelbkiefern), 10 fotografierte Chickarees (Streifenhörnchen), ein Steller’s Jay (irre blauer Vogel) und ein Mule Deer später gelangten wir zum dem im wahrsten Sinne berauschenden Lower Yosemite Fall. Hannes musste schon sehr zoomen, um die drei Tropfen Wasser für die Nachwelt festzuhalten. Da wir aber Wasser sehen wollten, entschlossen wir uns noch ein anderes Ziel zu suchen. Im Info – Point riet man uns vom Lake Mirror ab, da es weder einen Lake noch einen Mirror gebe und empfahl uns die Verna Falls. Dorthin fuhren wir erst einmal mit einem Shuttlebus, wobei wir anmerken möchten, dass sich amerikanische Busfahrer deutlich von deutschen unterscheiden. Während diese Dame hier freundlich „Einmal bitte bis nach hinten durchrücken, meine Lieben!“ ins Mikro flötete, hört sich das bei uns zu Hause eher so an: „Durschrücken! Duuuuuurschrüüüücken! Ey rückt dursch oda ick komm nach hinten!“ Schon ein Punkt für die amerikanischen Busfahrer. Wir stiegen mit vielen anderen Leuten am Punkt 16 aus, um uns auf den Weg zu den atemberaubenden Wasserfällen zu machen. Es sollte „sehr angenehm schattig am Fluss entlanglaufen“, allerdings hatten wir bald mit Steigungen von knapp 45 Grad zu kämpfen, das war nix für Leute mit Knieproblemen, da man auf dem Hinweg fast kroch und auf dem Rückweg fast von alleine den Berg herunter schlitterte. Nach einer Menge Schweiß, wieder vielen chinesischen und indischen Großfamilien (die kommen immer im Rudel!), und gefühlten 100 (nach Papa: „Fuck – a lot of!“)Treppenstufen (neben den glatten Strecken) erreichten wir staunend den Verna Fall, wo es diesmal wirklich Wasser gab und sogar Regenbögen im Sprühnebel schillerten. 


Als Gipfelbelohnung gab es die „Mongolei – erprobte“ und auch bei dieser Hitze nicht geschmolzene Alpenmichtafel von Herrn Ritter für unseren Sport. Nach vielen Fotos ging es nun bergab, wobei wir versuchten ein paar Grauhörnchen anzulocken, die dann hoffnungsvoll ihre kleinen Pfötchen nach uns streckten, es aber nichts für sie zu grabschen gab – arme Hörnchen, die werden da permanent von den Touris verarscht. Morgen bringen wir euch Mandeln mit, versprochen!


Die Rücktour ging schneller und nachdem wir unsere Füße im Fluß gekühlt hatten, stiegen wir mit diesmal verschwitzten Chinesen und Indern mit Kindern in den Bus und fuhren unserem Mobilchen entgegen. Hannes hätte ja gerne den 100.000 $ teuren Mustang gehabt, der neben unserem Schlachtschiff stand, aber wir lieben unser Mobilchen, das beim Wenden sogar Toreinfahrten niederreißen kannJ, wenn es das will. 

Freitag, 24. August 2012

Auf zum Yosemite National Park :)


Nach einer wunderbaren schnarchfreien, aber verkehrslauten Nacht in 2 Doppelbetten in 1 Zimmer erwartete uns am Morgen statt des befürchteten amerikanischen Frühstücks mit dünnem Kaffee und einer süßen Zuckerschnecke ein umfangreiches Büffet mit Muffins, O-, Cranberry-, Apfelsaft, Bagels (=laut Wörterbuch“ harte ringförmige Semmel“= das stimmt), Rührei, gebratenen Eiern mit Käsefüllung sowie diversen Kuchenteilchen und Joghurt.
Überpünktlich stand der Shuttle von MOTURIS um 07:25 Uhr vor der Tür. Überrascht schmissen wir alle übrigen Frühstücksteilchen in eine Plaste-Globetrottertüte und zottelten unser Gepäck hinaus. Nach uns holte der Shuttle auch noch ein nettes älteres Pärchen aus Hamburg ab – eingefleischte Amerika-Wohnmobilcamper. Schnell kamen wir ins Gespräch und erhielten wertvolle Campertipps. Beim Mobil-Verleih bekamen wir neben einer deutschen Einweisung auf DVD (bitte entfernen Sie immer alle Kabel und Schläuche von den Festanschlüssen vor Ihrer Abfahrt …) auch freundliche Camperalmosen der abreisenden Gäste in Form von Grillkohle, tausenden Kaffeefiltern, Tomaten in der Dose und 500 g Backpulver – wozu auch immer.
Nach Einweisung in und Inspektion des Schlachtschiffes, das nun für 4 Wochen unser Einfamilienhaus darstellen sollte, folgten wir unseren Hamburgern in den nächsten Walmart. Nicht ohne schlechtes Gewissen bereicherten wir nun die ohnehin schon millionenschweren Walmart-Erben (deren 100-Dollar-Noten übereinandergeschichtet höher als der Mount Everest sind) durch unseren Einkauf. Erwartungsvoll erstürmten wir die Regale und stellten fest, dass alles wirklich bunter, klebriger, süßer, fetter und dicker (vor allem die einkaufenden Amerikaner und das Servicepersonal) als bei uns war. Nachdem der Wagen voll und wir um 250 $ leichter waren, beauftragten wir das Navi mit der Berechnung unserer ersten Tour – erstmal raus aus der City! 


Herr Tomtom erwies sich als nicht kooperativ und schlug uns 1.200 km Fahrt nach Phoenix vor. Wir wollen aber zum nur 250 km entfernten Yosemite! Es kam kein wirklicher Dialog zustande, also zurück zur Verleihstation und Navi umgetauscht. Na, bitte: der neue GARMIN berechnete sofort die Route und sprach sogar Deutsch mit uns! Der Papa steuerte das Schlachtschiff wie einst den Armee-Ural sicher über den Highway und wir bestaunten bunte Trucks, Schulbusse (die armen Kinder…) und heiße Motorräder. Ab und zu tauchten nostalgische Saloons und Läden am Rande des Highways auf, in denen man aber auch noch einen Westernsattel hätte erstehen können. Nachdem wir uns an einer Mandelbaumplantage mit regionalen Köstlichkeiten wie z. B. californischen Mandeln, Mangos, Tomaten eingedeckt hatten, tauchten schon die ersten Vorwegweiser zum Yosemite-Nationalpark auf. 




Zum Glück hatten wir eine Klimaanlage, denn bei jedem Ausgang schlugen uns kochendheiße Außentemperaturen entgegen – gefühlte 35 statt der von wetteronline versprochenen 21 °C. Jojo  hatte den schönsten und größten Stellplatz für uns reserviert und trotzdem wir den slide – out – Charakter damals nicht angegeben hatten, war der Platz groß genug und mit Strom und Wasser ausgestattet. Der Campingplatz verfügte neben kostenlosem WiFi auch über einen Pool, ein Restaurant namens Deli’s, einen Streichelzoo und ein Außenkino. Da wir echt fix und fertig von der Tour waren, klemmten wir uns die Heuwagentour und das Campfire mit Marshmallows, erkundeten die Duschen und sprangen in den Pool.
Als nächstes galt es unser kreatives Chaos im Wohnmobil etwas zu lichten und Klamotten einzuräumen. Bei der Schrank – (wie bei der Bettverteilung auch ^^) gewann en die Alten -.^ .Schließlich hatten wir keine Kraft mehr zu grillen, deswegen gab es Spaghetti J, eine der richtig leckeren Mangos und eine Folge „ALF“, wobei wir alle schon mit dem Jetlag kämpften und um 21.00 Uhr Ortszeit mit dem Ellbogen vom Tisch rutschten. Also galt für Jule nur noch „Bett bauen“ aus dem Tisch -.-, während der Rest noch Zähne putzte oder schon ins Bett plumpste. Na dann Gute Nacht!

San Francisco

Das Hotel liegt in San Franciscos "Fisherman's Wharf",













dem historischen Fischerei-District.
Da gibt's vielleicht auch ein paar Seelöwen in der Nähe!












Gute Seafood-Restaurants findet man garantiert.

Donnerstag, 23. August 2012

Der Flug!




Nach knapp 15h Stunden Flug mit kleinen Hindernissen endlich in San Francisco im Holiday Inn Hotel mit geilem Shuttle angekommen ;)