Dieser Tag
begann früh, denn heute wollten wir einen Teil des Zion Nationalparks erkunden:
„The Narrows“. Nach dem Frühstück schlüpften wir in unsere Wanderschuhe und
schnallten uns die mit Proviant, Ersatzklamotten und Wasser gefüllten Rucksäcke
auf. Mit Mona als unseren „Operator“ im Shuttle ging es bis zum „Temple of
Sinawava“, vorbei an anderen Shuttlestops, von wo aus man andere Wander- und
„Hike“ – Ziele erreichen konnten. Erklärt wurde einem das von einer netten, auf
Tonband aufgenommenen Stimme, die vor jedem Ausstieg: „Please check, if you
have all your belongings.“ in den Bus hauchte. Leider konnten wir, hinten
sitzend, nur einen Teil der Erklärungen verstehen, da sie zum einen vom Bus - Motor
hinten überdröhnt und einem kontinuierlich durchweg schreienden Kleinkind
übertönt wurden. Zum Glück stieg das Baby bald aus, also es wurde von der Mama
einfach in den dafür vorgesehenen Outdoor – Baby – Tragerucksack gesteckt,
allerdings genau an derselben Haltestelle wie wir – der letzten, dem „Temple of
Sinawava“. Von hier aus konnte man problemlos in Richtung der Narrows wandern,
Hörnchen beobachten wie sie in die Mülleimer plumpsten, um mit vollgestopften
Backen wieder aus selbigen zu kommen oder auch die vorhandenen und mit viel
Geschmack errichteten Einrichtungen nutzen, was 75 % der Familie sogleich
ausnutzte. Mit einigen anderen Leuten machten wir uns auf den Riverside Walk,
der wie der Name schon sagt, neben dem Fluss verläuft, entlang zu watscheln,
hier und da über putzige Grauhörnchen stolpernd, die uns alle mit einem nach
Erdnüssen lechzenden Blick ansahen.
Ein besonders dickes wurde, da es nicht so
schnell weglaufen konnte und gerade ganz dekorativ auf einem Felsbrocken saß,
von Papa als Fotomotiv auserkoren. Während Papa also nun mit dem Fotoapparat
über den Stein robbte und dem Hörnchen immer näher kam, saß dieses etwas
pikiert auf dem Stein und guckte das Etwas an, was da immer näher auf es zu
kroch. Am Ende war es von dem vielen Klicken so betäubt, dass es noch einige
Minuten lang regungslos sitzen blieb, als wir schon weiterliefen. Am Ende des
Walks angekommen, war es Zeit die Globetrottersandalen auszupacken, sich einen
durch nette Vorreisende dagelassenen Spazierstock zu grabschen und sich für
erste Panoramafotos in die Fluten zu stürzen. Schon am Anfang merkte man, dass
so ein Stock und das richtige Schuhwerk Gold wert waren, da die Strömung an
manchen Stellen stark war und man sich so gut vorantasten konnte. Auch war es
gar nicht so einfach einzusehen, wie tief das Wasser an manchen Stellen war und
so mussten wir nicht unsere Wechselklamotten in Anspruch nehmen. Es gab auch
Leute, die barfuß ohne Wechselklamotten durch die Fluten hüpften, aber dieses
Risiko wollten wir nicht eingehen, da uns die nette Parkrangerin am Infopoint
gesagt hatte, dass selbst sie schon zweimal reingefallen war. Wir waren recht früh
losgelaufen und so konnten wir bei wenigen Sonnenstrahlen angenehm im Schatten
laufen. Hinter jeder Kurve ragte eine neue, anders aussehende Felsformation auf
und all das Geröll, das hier bei Sturzfluten durchgespült wurde, lag dekorativ
verteilt im Flussbett. Auch wenn wir früh losgelaufen waren, war es dennoch
nicht einfach ein Foto zu machen, ohne dass man später den Eindruck hatte, wir
wären mit einer Reisegruppe unterwegs. Neben den vielen Touristen sahen wir
auch etwas Seltenes: einen Kolibri und mehrere Tiger – Swallow – Tails, riesige
Schwalbenschwanzschmetterlinge. Auf einem großen Stein aßen wir unsere
Sandwiches und beobachteten die anderen Leute, die entweder zum Anfang
dümpelten oder noch eine Flusskurve umschiffen wollten. Wir machten uns dann
aber auf den Rückweg, da es bereits 13.00 Uhr war und wir noch ein Weilchen
zurücklaufen mussten. Da nachmittags die Flutgefahr am größten und heute mit
„moderate“ ausgewiesen war, wollten wir das lieber nicht riskieren. Gerade als
wir aufbrechen wollten, entdeckten wir eine Fledermaus mit weißen Streifen, die
am hellerlichten Tag über uns herum sauste und Wasser aus dem Fluss schöpfte.
Nun war es sehr sonnig und da der Fluss in Kurven verlief, schien die Sonne nun
anders auf das Wasser als auf unserem Hinweg.
Durch das Wasser watend sahen wir
viele bekannte Gesichter wie z.B. unsere Nachbarn vom Zeltplatz. Am Ende
angekommen, waren wir sehr dankbar schon durch gewesen zu sein, da die Masse an
Menschen jetzt erst loslief. Auf der Rücktour mit dem Shuttle stiegen wir noch
am Museum aus, sahen uns die Infowände über die hier einst ansässig gewesenen
Ureinwohnern, den Hopi, an und bestaunten – Mama und Papa zumindest- während
Hannes und Jule sie suchten- einen Film über den Nationalpark. Um einer
japanischen Reisegruppe zu entfliehen, sprangen wir in den nächsten Shuttlebus,
in dem Hannes und Jule sofort einschliefen. Um wieder aufzuwachen, gingen wir
noch einmal in unserer einzigen Wasserquelle, dem Virgin River, baden. Um
unsere einzige Internetmöglichkeit zu nutzen, liefen wir (der nette Ranger am
Touriausgang ließ uns freundlicherweise ohne Nationalparkpass passieren) zum Shuttlebus, der uns von Linda
gefahren in Springdale rausließ. Dort ergriffen wir die einmalige wie auch
unsagbar günstige (mit 5 $ die Stunde) Gelegenheit ins Internet zu gelangen.
Während Mama und Hannes den Blog einstellten, sah Jule sich ein Interview mit
der Schildkröte (alias John McCain) und seiner Frau auf CNN an.
Vorbei an Gift
Shops – überall die Made aus China, Pizza & Noodles und einem Market, in
dem wir noch ein Toastbrot und Schwarzbrot (!!!) erstanden, ging es wieder
zurück auf den Campingground. Als wir Spaghetti mit Tomatensoße und einen
amerikanischen Vanillepudding vorbereiteten, der Mama und Papa stark an einen
sogenannten „So fix“ – Pudding aus DDR – Zeiten erinnerte, zogen erste graue
Wolken hoch. Trotz alledem wollte Papa den Vortrag des Rangers über dessen
Kindheit, nein über die Wildnis J anhören. Die Dame sprach schneller
als der Wind, der gegen Ende der Bildershow über uns hinwegfegte und einige
Zuhörer dazu veranlasste im Laufschritt ihr Mobil aufzusuchen. Auch wir kamen
noch rechtzeitig an, bevor das Unwetter losging und schlossen mit 2 Folgen ALF
den Abend ab.
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