Wenn man
schon um 22.00 Uhr ins Bett geht, ist man auch ohne jaulende Beagle (die der
hier permanent ansässigen Dame mit der Blechdose gehörten), krächzende Elstern
oder weinende Kleinkinder schon mal um 6.45 Uhr wach. Hannes überbrückte das
gut mit chatten, während ich noch ein wenig döste und die Elster vor meinem
Fenster verscheuchte: „Kscht! Geh weg da!“ J Die Elster belastete das wenig und
fuhr fort sich in der Grillasche zu wälzen und sich einige Hamburgerstückchen
heraus zu picken.
Stück für
Stück erwachte das Mobilchen und erklomm mühsam den kleinen Hügel neben uns,
vorbei an einer Calvin Klein Shorts („Wer trägt schon die Unterhose von anderen
Männern?“), die schon einige Zeit im Kieferngebüsch lauerten, um zu den Waschräumen
zu gelangen.
„Sonntagmorgen,
muss Pfannkuchen machen!“ hatte nicht nur das Baby der Dinos gut erkannt und so
nahmen wir das Angebot für 2, 99 $ Pancakes and sausages zu speisen gerne an.
In dem urigen Mini – Restaurant tummelten sich doch einige und nebenbei lief
auf einem großen Fernsehbildschirm ein Junioren – Baseball – Spiel. Nachdem wir
4 Mal das Frühstück auf „Julia“ bestellt hatten, gestand uns ein ebenfalls
frühstückender älterer Herr, als er mitbekam dass wir aus Deutschland waren,
dass er 1965 einmal in Nürnberg gewohnt hätte, nun aber in Boston an der
Ostküste seine Bleibe hatte. Es dauerte auch nicht lang und wir hatten unsere
ersten amerikanischen Pancakes mit Ahornsirup und Butter (?) in der einmaligen
und ebenfalls ersten Kombination mit Würstchen mit wahlweise Senf und / oder
Ketchup … brrrrr! Schließlich bot uns der nette Herr an noch ein Bild von uns
zu machen und als wir das Frühstück zusammen mit O – Saft und einem „doch nicht
sooo schlechten Kaffee“ (Zitat Papa) einnahmen, ließen wir uns von Hannes noch die Regeln von
Baseball erklären und spendierten ihm dafür eine neue Sonnenbrille als Ersatz
für seine gestern zu Bruch gegangene.
Um 08.30
bereiteten wir das Wohnmobil auf die nächste Tour in den Yosemite Nationalpark
vor. Diesmal nutzten wir die Chance, als
wir sahen, dass am Eingangsschild gerade gähnende Leere statt Touristenmassen
herrschte und wir so ein Selbstauslöserbild vom eigens dafür bereit gestellten
Kamerahalter schießen konnten. Wir wollten das auch gleich nutzen, um mit der
von Caro gespendeten Flagge ein Bild vor dem Mobilchen zu machen, allerdings
kamen jetzt die Touristen. Jedoch konnten wir jemanden bitten ein Photo von uns
zu schießen.
Das nutzte dessen begeisterte, in ein weißes Golfhöschen
gekleidete Ehefrau aus, um uns ebenfalls abzulichten. Irgendwie fanden das alle
ganz toll – facebook lässt grüßen! In einer besonders scharfen Kurve entschloss
sich unser Kühlschrank kurzer Hand den Rest vom gestrigen Salat auszukotzen.
Das Malheur zu beseitigen bedurfte schon einiges Geschick zumal Papa
unbeeindruckt weiter raste und das Olivenöl nicht nur eine feine
Fußbodenpolitur, sondern auch eine Schlitterstrecke vom feinsten hergab.
In Wawona
angekommen, begutachteten wir als erstes den General Shop, in dem es neben allerlei
überteuertem Haushaltskram auch viele kitschige Souvenirs gab. Direkt daran
schlossen wir den Besuch der öffentlichen Sanitäranlagen (Restrooms), des
Visitor Centers und des History Centers an, wobei einem wieder einmal vor Augen
geführt wurde, dass man da nicht hätte leben wollen.
Nun
erwischten wir mit einem Haufen Menschen, unter ihnen mehrere Großfamilien
(wieder Chinesen und Indern mit Kindern) den Shuttle zum Mariposa Grove of
Giant Sequoias. Dieser war Ausgangspunkt für eine herrliche, schweißtreibende,
mehrere Kilometer andauernde, wunderbar staubige Wanderung an den beeindruckenden,
teils Jahrhunderte alten Mammutbäumen vorbei.
Diese hatten – meist ihren Formen
entsprechend – passende Namen: Fallen Monarch, Grizzly Giant (mit 1.790 Jahren
der älteste noch lebende Mammutbaum), California Tunnel Tree (da kann man
durchlaufen, allerdings ist es schwierig ein Photo zu machen, da permanent
rücksichtslose asiatische Touristen den Durchgang verstopfen), Faithful Couple
(2 zusammen gewachsene Bäume),
Clothespin (ein Baum, der nur im unteren Teil von einem Blitz gespalten worden
war), Fallen Wawona Tunnel Tree (1969 umgefallen, früher war der so zersägt,
dass Kutschen durchfahren konnten, aber mittlerweile völlig zur Seite geräumt
worden ist) und schließlich der Telescope Tree (bei dem kann man innerhalb des
Baumes stehen und wenn man nach oben sieht kann man, wenn’s denn soweit ist den
Sternenhimmel sehen). Diese gigantische Tour dauerte vier Stunden und wir haben
13 km bergauf, bergab hinter uns gebracht.
Endlich
wieder unten angekommen, warteten wir auf den Shuttlebus und vertrieben uns die
Zeit im Gift Shop, wo es Häagen Dazs Eis in Magnumform gab! J Recht leer, nur mit wenigen
Rückreisenden (trotz alledem waren immer noch eine Menge Leute zu der Zeit zu
der Tour aufgebrochen, obwohl Hannes immer meinte: „Wo wollen die denn alle
hin? Das schaffen die doch eh nich mehr!“) fuhren wir Wawona entgegen, da wo
unser Mobilchen parkte. Dabei schichteten wir eine blaue Ritter Sport Tafel von
der Verpackung in uns um und beobachteten Mule Deers. Nachdem wir unsere
Schwarzfußindianer – Füße an der Außendusche wieder in sichtbare Füße
verwandelt hatten, ging es los, dem Campingplatz entgegen. Das erste Mal tanken
und ein weiterer Einkauf, diesmal im Railey’s, in dem wir frische Steaks,
Bisonhackfleisch und Hühnchen für das Abendbrot ertstanden – hier hatten wir
auch zum ersten Mal den klischéhaften Schüler, der unsere Einkäufe in
Papiertüten packte- überstanden wir gut. Ich testete die Partnerschaft zwischen
der Deutschen Bank und der Bank of America und nun waren es noch 1 ½ Stunden
bis wir das Camp erreichen sollten.
Hmmm...Häagen Dazs!
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