Nach einer
wunderbaren schnarchfreien, aber verkehrslauten Nacht in 2 Doppelbetten in 1
Zimmer erwartete uns am Morgen statt des befürchteten amerikanischen Frühstücks
mit dünnem Kaffee und einer süßen Zuckerschnecke ein umfangreiches Büffet mit
Muffins, O-, Cranberry-, Apfelsaft, Bagels (=laut Wörterbuch“ harte ringförmige
Semmel“= das stimmt), Rührei, gebratenen Eiern mit Käsefüllung sowie diversen
Kuchenteilchen und Joghurt.
Überpünktlich
stand der Shuttle von MOTURIS um 07:25 Uhr vor der Tür. Überrascht schmissen
wir alle übrigen Frühstücksteilchen in eine Plaste-Globetrottertüte und zottelten
unser Gepäck hinaus. Nach uns holte der Shuttle auch noch ein nettes älteres
Pärchen aus Hamburg ab – eingefleischte Amerika-Wohnmobilcamper. Schnell kamen
wir ins Gespräch und erhielten wertvolle Campertipps. Beim Mobil-Verleih
bekamen wir neben einer deutschen Einweisung auf DVD (bitte entfernen Sie immer
alle Kabel und Schläuche von den Festanschlüssen vor Ihrer Abfahrt …) auch
freundliche Camperalmosen der abreisenden Gäste in Form von Grillkohle, tausenden
Kaffeefiltern, Tomaten in der Dose und 500 g Backpulver – wozu auch immer.
Nach
Einweisung in und Inspektion des Schlachtschiffes, das nun für 4 Wochen unser
Einfamilienhaus darstellen sollte, folgten wir unseren Hamburgern in den
nächsten Walmart. Nicht ohne schlechtes Gewissen bereicherten wir nun die
ohnehin schon millionenschweren Walmart-Erben (deren 100-Dollar-Noten
übereinandergeschichtet höher als der Mount Everest sind) durch unseren
Einkauf. Erwartungsvoll erstürmten wir die Regale und stellten fest, dass alles
wirklich bunter, klebriger, süßer, fetter und dicker (vor allem die
einkaufenden Amerikaner und das Servicepersonal) als bei uns war. Nachdem der
Wagen voll und wir um 250 $ leichter waren, beauftragten wir das Navi mit der
Berechnung unserer ersten Tour – erstmal raus aus der City!
Herr Tomtom erwies
sich als nicht kooperativ und schlug uns 1.200 km Fahrt nach Phoenix vor. Wir
wollen aber zum nur 250 km entfernten Yosemite! Es kam kein wirklicher Dialog
zustande, also zurück zur Verleihstation und Navi umgetauscht. Na, bitte: der
neue GARMIN berechnete sofort die Route und sprach sogar Deutsch mit uns! Der
Papa steuerte das Schlachtschiff wie einst den Armee-Ural sicher über den
Highway und wir bestaunten bunte Trucks, Schulbusse (die armen Kinder…) und
heiße Motorräder. Ab und zu tauchten nostalgische Saloons und Läden am Rande
des Highways auf, in denen man aber auch noch einen Westernsattel hätte
erstehen können. Nachdem wir uns an einer Mandelbaumplantage mit regionalen
Köstlichkeiten wie z. B. californischen Mandeln, Mangos, Tomaten eingedeckt
hatten, tauchten schon die ersten Vorwegweiser zum Yosemite-Nationalpark auf.
Zum Glück hatten wir eine Klimaanlage, denn bei jedem Ausgang schlugen uns
kochendheiße Außentemperaturen entgegen – gefühlte 35 statt der von
wetteronline versprochenen 21 °C. Jojo
hatte den schönsten und größten Stellplatz für uns reserviert und
trotzdem wir den slide – out – Charakter damals nicht angegeben hatten, war der
Platz groß genug und mit Strom und Wasser ausgestattet. Der Campingplatz
verfügte neben kostenlosem WiFi auch über einen Pool, ein Restaurant namens
Deli’s, einen Streichelzoo und ein Außenkino. Da wir echt fix und fertig von
der Tour waren, klemmten wir uns die Heuwagentour und das Campfire mit
Marshmallows, erkundeten die Duschen und sprangen in den Pool.
Als nächstes galt es unser kreatives Chaos im
Wohnmobil etwas zu lichten und Klamotten einzuräumen. Bei der Schrank – (wie
bei der Bettverteilung auch ^^) gewann en die Alten -.^ .Schließlich hatten wir
keine Kraft mehr zu grillen, deswegen gab es Spaghetti J, eine der richtig leckeren Mangos und eine Folge
„ALF“, wobei wir alle schon mit dem Jetlag kämpften und um 21.00 Uhr Ortszeit
mit dem Ellbogen vom Tisch rutschten. Also galt für Jule nur noch „Bett bauen“
aus dem Tisch -.-, während der Rest noch Zähne putzte oder schon ins Bett plumpste.
Na dann Gute Nacht!
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