Freitag, 31. August 2012

450m Höhenunterschied -auf zum Angels Landing


Unser zweiter Tag im Zion begann. Heute wollten wir wie die Bergziegen auf einen Berg klettern, aber nicht auf irgendeinen Berg. Angel‘s Landing erhob sich 1765 m über uns, das klingt erstmal nicht viel, aber wir hatten 8km in Strecke und 450m Höhenunterschied zu bewerkstelligen. Außerdem besagt der heilige Reiseführer: „Der Weg zu Angel’s Landing verläuft teilweise über einen schmalen Felsrücken und ist für nicht Schwindelfreie ungeeignet.“, im Klartext: Nix für MamaJ! „Aber wo dicke Touris hochkommen, komm ich allemal hoch, ich will auch mal Engel sein.“ Nach dem Frühstück und eine dreiviertel Stunde früher als gestern bestiegen wir den Shuttlebus, ließen uns von Kristina fahren und stiegen bei The Grotto’s aus. Da gab es auch eine Horse – Riding  - Tour, der Mama wehmütig hinterher blickte, aber das wollten wir den armen Pferden nicht zumuten. Schließlich mussten wir da alleine hoch und das erste Stück ging auch ganz gut. Am Anfang der Strecke fanden wir eine tote, nicht mehr allzu frische Fledermaus, eine kleine Myotisart. Begleitet von den kleinen Streifenhörnchen, die uns mit ihrem hektischen Gehüpfe den Weg wiesen, kraxelten wir die ersten paar Meter nach oben bis zum Scout Lookout, wo wir nach einer Stunde Wanderung eine Pause einlegten und Kekse mampfend zusahen wie sich die kleinen Chipmunks mit Krümeln die Backen vollstopften. Ein großes Highlight kreiste kurz darauf über unseren Köpfen: die einzigen beiden Condore des Nationalparks – eine echte Rarität! Sie hießen A3 und 99, wie man auf den Flügelmarken deutlich erkennen konnte. 


Nach einer kurzen Pause, wollten wir nun den unsichersten Teil des Weges angehen. Dieser stellte sich als jedoch steiler und weiter heraus, als wir befürchtet. Außerdem war es eine Art Einbahnstraße, sodass man sich mit den entgegenkommenden Touristen sowohl an den breiteren als auch weniger breiten Stellen irgendwie arrangieren musste. Auch unsere Wanderstöcke deponierten wir, da sie uns hier oben wirklich keine Hilfe waren. Es schien kein Ende zu nehmen, aber irgendwann war der Berg zu Ende und kleine Haufen von Touristengruppen zeigten uns das Ende unseres Aufstiegs an. 



Im Austausch mit einem aus Frankfurt / Main stammenden Pärchen tätigten wir die unausweichlichen und hart erwanderten Gipfelphotos, wieder gab es als Belohnung diesmal eine blaue Rittersporttafel. Wäre man ein Engel, hätte man problemlos ins Tal segeln können, aber wir mussten leider auf dem vom Teufelchen in den Berg geritzten Wanderweg wieder zurück ins Tal. Beim Zurückkriechen staute sich vor uns eine lange Schlange von Touristen wegen des bereits erwähnten Engpasses. Als wir gerade am Scout Lookout angelandet waren, fing es an zu regnen – ja man glaubt es kaum: REGEN! Also irgendwo unterstellen. Trotzdem wurden wir doch noch ein bisschen nass, aber es hörte auch schnell wieder auf. 



Es war ein wenig glitschig als wir jetzt nach unten wanderten und die anderen, die den Trip noch vor sich hatten, mitleidig anguckten und sie mit einem aufmunternden Lächeln begrüßten. Unten angekommen, erwischten wir einen Shuttle in Richtung Watchman Campground und freuten uns schon auf das kühle Bad im Virgin River. Einmal noch kurz im Visitor Center vorbeigeguckt und dann ab in den Fluss, der heute allerdings schlammig und voll mit Blättern und kleinen Ästchen war, also kühl, aber nicht so schön anzusehen. Des Weiteren wollten wir die Internetmöglichkeit nutzen und fuhren mit dem Mobil in die Stadt, da wir auch am Rande des Campgrounds Wasser auffüllen und die Dumpstation nutzen mussten. Wenigstens gab es in Springdale in einem Café für 4,75 $ einen Mango – Smoothie und eine halbe Stunde gratis Internet, was Hannes und Papa ausnutzten, während wir eine Butter und 20 Briefmarken im Market erstanden. Der Abend konnte kommen. Um uns herum hatten sich viele amerikanische Familien mit großen Campingstuhlkreisen und Grills platziert, da ja dieses Wochenende „Labor Day Weekend“ war. Wir verspeisten die restlichen Nudeln und jeder bekam noch drei unserer ersten selbstgemachten Pancakes mit dem zuvor im Kühlschrank halb ausgelaufenen Syrup dazu – es war köstlich süüüüüüüüüüüüüüüüßJ!  Nach dem Film „Ich – Unverbesserlich“ (sehr empfehlenswert!), fielen wir glücklich und mit einem „Es ist so flauschiiiiiig!“ auf den Lippen ins Bett, denn morgen mussten wir wieder früh raus!

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