Freitag, 21. September 2012

FAZIT


FAZIT
Vielen lieben Dank für die guten Tipps und die hilfreiche Reiseliteratur (ganz besonders von der Zimmi- und auch der Schoki-Family)und ein herzliches Dankeschön an alle treuen Leser, die diese vier Wochen quasi mit uns verbracht haben und wir hoffen, es hat euch gefallen. Also was können wir abschließend über unseren Familienurlaub berichten? Am besten geht’s vielleicht in einer DO und DON’T – Liste!^^

DO
DON‘T
Hab immer Bärenspray in der Tasche, wenn du dich mit dem Grizzly um den letzten Hamburger zankst!^^
Kaufe keine Briefmarken in Chinatown!^^ Du wirst beschissen!
Lass jede Sorte von Aufladekabel immer im Rucksack!
Bei United Airline auf dem Flughafen mehrere Stunden warten, weil die Cockpitaußentür defekt ist!
Sitzplätze im Voraus buchen und zwar seeehrrr früh!
Frucht- und Schokoeiseis aus dem Walmart – es ist widerlich!
Immer mehr entschuldigen und lächeln als man müsste – man bekommt es zurück!^^
Zu nah ans Wildlife gehen – denn es ist wild (Überraschung) und könnte dich auf die Hörner nehmen oder zum Frühstück verspeisen!^^
Kaufe immer alles gleich, auch wenn es später teurer ist und du dich ärgerst! Du wirst dich noch mehr ärgern, wenn es das später nicht mehr gibt!
Feed die Hörnchen! J Sie könnten dich beißen oder einfach auch nur süß ihre kleinen Ärmchen ausstrecken, in der Hoffnung du gibst ihnen eine Nuss und so das Futter sammeln verlernen.
Im Zweifelsfall immer fragen, mehr als „I can’t tell you, sorry!“ kann einem dabei nicht passieren.
Sich stur die Füße wund laufen, nur weil man sich nicht traut zu fragen.
Guck dir den Mormonentempel in Salt Lake City an, auch wenn du ihnen nicht beitrittst, immerhin kann man so einen kostenlosen Shuttle und eine Gratistour abstauben.
Nimm nicht nur dünne Sachen mit, im Grand Teton oder spätestens im Yellowstone frierst du dir den A**** ab.

Last but not least: Die Reise war einfach Spitze und wir haben beschlossen: Wer einmal Ford fährt, wird fortan immerfort fortfahren, Ford zu fahren… Es wird bestimmt nicht unsere letzte Wohnmobilchentour durch wunderbare und interessante Landschaften mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen gewesen sein! 

Mittwoch, 19. September 2012

Bulle auf dem Boulevard!


Das war er nun: der letzte Tag. Tja wie heißt es so schön: Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. Aber er war ja noch nicht vorbei. Zunächst wurden wir sehr früh am Morgen (ja die Teubners sind zu Frühaufstehern geworden, man glaubt es kaum,Not macht erfinderisch^^) von den zarten Klängen von Hannes Handywecker (Titelmelodie Aschenbrödel! Wer es kennt: Die Szene, in der Aschenbrödel von außen durch Fenster guckt!^^) geweckt, Es wollte keiner so richtig aufstehen, da es draußen grau, windig und kalt war. Bei einem Blick aus dem Fenster sahen wir unter uns die ersten Street Cars, Busse, Passanten und einen kleinen Zigarettenmarkt, direkt vor unserem Hotelausgang, der von überwiegend älteren asiatischen Frauen regiert wurde. Nach dem Frühstück, den englischen Nachrichten (bei denen sie zig Mal hintereinander das gleiche Bild von im Stau steckenden Autos zeigten, der wollte sich aber auch einfach nicht auflösen der doofe Stau), die uns aufzeigten wie wichtig ein Jacuzzi für die Gesundheit ist (ja immer her damit, wenn ihr es bezahlt und dem Einstellen des Blogs, elevateten Hannes und Jule zur Rezeption, um bei dem netten Rezeptionisten ein Taxi für den nächsten Tag zu bestellen. Mit einem heißen Tee in der Hand traten wir vor die Tür, jedoch die ersten Cable Cars nicht nehmen, da immer noch irgendwas fehlte! Hannes joggte noch mal nach oben, denn er hatte die Verpflegung vergessen, währenddessen sich Papa mit einem „Ich geh bloß mal ganz kurz gucken, was das da hinten ist…“ blitzartig wie Road Runner aus dem Staub machte. Um ihn wieder einzufangen, mussten wir hinterher und landeten auf einem Wochenmarkt, wo es allerhand zu sehen gab: Gemüse, Obst, Blumen, Fisch, Schokolade, ein dreiköpfiges chinesisches Orchester, wieder ein hünenhafter Polizist (1,95 m gehört hier wohl zum Einstellungskriterium im Polizeidienst!) und eine sehr junge Fastkopie des legendären Bob Dylan. Da wir heute ein Tagesticket, mittlerweile Papa und auch Hannes wieder hatten, stiegen wir in die Street Car und düsten davon. Auf der letzten Bank saß ein Mann, der einen leicht verwirrten Eindruck machte, das tat er, indem er hinter Jule und Hannes in kurzen Abständen laut und vernehmlich (sehr gruselig!) kicherte! Wolfkamera hatte hier eine Linse für unseren Papa zu bieten und nach einem Abstecher bei der Post und dem Target, der erst am 15.10.2012 eröffnet wurde, fanden wir uns an dem sonnigen Cable Car Turnaround wieder. Vor uns in der nicht allzu kurzen Schlange stand das holländische Pärchen, welches gestern mit uns in der Lobby gesessen und aufs ausgefallene Internet gewartete hatte. Es grüßte uns sehr spät erst, war ja auch alles sehr aufregend und stieg mit uns in dieselbe Cable Car. 


Wir tuckerten und tuckerten und waren alle ganz gespannt, die Hügel hinauf und hinunter. Jedoch bleibt es nicht ohne Folgen, wenn wir mal eine Straße entlang wollen: Auf der Hälfte der Strecke blieb die Cable Car ohne ersichtlichen Grund mehrere Minuten lang stehen. Zunächst wusste niemand nichts und so wurde die Pause zum Knipsen genutzt. Schließlich aber rückten Feuerwehr und Krankenwagen an und wir mussten per Bus weiter. Am Hyde Peer, hatte wir nicht nur einen schönen Blick auf alte Frachtschiffe und eine Klasse, die heute wohl einen Segelausflug machte, sondern auch auf die Golden Gate Bridge und Alcatraz. 



Am „Beach“ entlang schlendert und unser Mittagessen verspeisend beobachteten wir die Polizisten auf Pferden und zwei Robben, die sich genüsslich (den Kopf aus dem Wasser streckend) in der Sonne ahlten. Auf einem kleinen Betonpier, der die Aquatic Bay umrundete, trafen wir das holländische Pärchen, welches übrigens in Las Vegas geheiratet hat, und schossen das ein oder auch das andere hübsche Bild mit und ohne uns vor der Golden Gate Bridge und dem Schwerverbechergefängnis.
Der Weg zum Pier 39 war gepflastert mit kleinen Geschäften, hauptsächlich Souvenirläden, die (wie Hannes betonte: Das ist wie in Loret de Mar, jeder verkauft das Gleiche, da kommt man vom Regen in die Traufe) sich in ihrem Angebot sehr ähnelten. Papa hatte nicht nur ein Auge auf ein Markoobjektiv geworfen, aber da wir keine Bank of America (wo verstecken die sich, wenn man sie wirklich mal braucht? Nehmen die Automaten dann die Farbe der Wand an, in der sich stecken, oder was?) musste das zurückstehen. Erschlagen von der Vielfalt an bunten T – Shirts und Krimskrams schlängelten wir uns zum nächsten Highlight San Franciscos: The Crookedest Street, die absolut steile Straße ever. Sie ist mit Kurven und Hortensienkästen ausgestattet, sodass die Leute, die ein Auto haben und es auch fahren können, sich in schlangenartigen Bewegungen die Straßen herunter schlängeln können. Von dort aus liefen wir die Hügel hinunter (an einer Schule vorbei, auf deren Sportplatz gerade so eine Art Brennball lief) bis zu Fisherman’s Wharf. Auch hier wieder dasselbe Kaufangebot, nur unterbrochen vom „Rainforest Café“, dem „Wax Museum“ und dem „Believe ist or not“ – Ausstellungshaus. Da es aber mittlerweile schon 15.00 Uhr war, konnten wir nicht allzu sehr trödeln und machten uns auf zum Pier 39. Hier lagen sie: die Seelöwen! Faul und brüllend in der Sonne, immer umrundet von knipsenden Touristen. Der Pier 39 bietet noch mehr: Boots – und Fährfahrten und eine Touristenmeile, in der es von Lacoste bis zum Magnetenladen und Fudgestore alles gibt für den jeweils angepassten Geldbeutel (so würde es vermutlich auch im Reiseführer stehen^^). Da uns frische Austern aus der San Francisco Bay nicht fehlen durften, ließen wir uns in einem teuren Lokal mit Blick auf Seelöwen, Alcatraz und der Golden Gate Bridge nieder. 


Auf den erstaunten Blick der Waitress auf ihre Frage nach Getränken antworteten wir mit einem netten „Nein, danke!“. Als sie uns fragte, ob wir uns da wirklich sicher seien, sah sie schon etwas besorgt aus, wir wissen nicht, ob sie Angst hatte wir könnten, wenn wir schon die Getränke wegließen, sicher das Essen nachher nicht bezahlen oder dass das Essen hier so trocken war, dass man es ohne Flüssigkeit nicht herunterwürgen konnte. Beim Blick auf die Preise der Speisekarten hofften wir, dass es nicht letzteres sein würde und nahmen an, dass sie uns eher für ein wenig seltsam einstufte. Wir bestellten 6 Austern (für die Eltern), drei Minihamburger für Hannes und Jule bekam einen Spinatsalat mit Bacon, gegrillter Paprika und Vinaigrette, die im Abgang fürchterlich säuerlich war, aber was willst du auch erwarten für einen 9 $ Salat? ;)
Das wir uns später noch etwas reichhaltigeres suchen mussten war klar und so machten wir uns in der untergehenden Sonne vorbei an den Seelöwen auf den Heimweg. Vorbei an Boudin (einem sehr alten Bäcker, welcher noch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt), in dessen Schaufenster kleine Brote in Krabben - und Schildkrötenform und sogar in der etwas angebräunten  Variante ein großes Brotkrokodil lagen. Hier gab es auch „das“ Gericht San Franciscos: ausgehöhltes, rundes Brot, wobei das ausgehöhlte als Suppenteller diente! Sehr nachhaltig! Leider hatten wir keine Zeit mehr es zu probieren und liefen, noch einmal an einem Walgreen’s vorbei zur Cable Car, wo sich schon eine sehr lange Schlange gebildet hatte und überhaupt nicht der Eindruck entstand, dass hier noch was passierte. Aber mit der Zeit wachte der ein oder andere Cable Car Fahrer wieder aus seinem Dämmerschlaf auf und besann sich seines Jobs. Unterhalten wurden wir dabei von einem stark pigmentierten, lustigen Amerikaner, der bei jeder abfahrenden alten Bahn „I Want to be on that Cable Car“ für diejenigen ins Mikro rappte, die noch nicht mitgekommen waren. Ansonsten war er sehr unterhaltsam, lustig und band die wartende Menge gut mit ein. Schließlich schafften wir uns auch auf eine zu schwingen, wobei Papa und Jule draußen und Hannes und Mama drinnen saßen. Immer mehr Lichter wurden in den Straßen angemacht, als wir bergauf bergab die Hügel hinauf und hinunter sausten. Einmal wurde es recht knapp für die nette junge Dame, die außen „dranhing“, da die Autos schlecht geparkt hatten. Aus dem San Francisco Center holten wir uns aus der Bistro Farm noch für je 7$ „Special Wednesday“ etwas vom kalten / warmen Buffet, um es zu Hause zu verspeisen. Back im Zimmer hatte sich doch tatsächlich irgend so ein armer Houskeepingmensch durch unser Chaos wühlen müssen, um an die  Betten heranzukommen, um sie neu zu beziehen. Nachdem wir erst eine Weile geräumt hatten, verspeisten wir die Köstlichkeiten zusammen mit ein paar Abschluss – ALF – Folgen und einem Live Konzert vor dem Fenster. Ja nun nicht direkt. Jedenfalls war es sehr laute Musik von den von uns vermuteten Red Hot Chili Peppers, von denen aus nach Ende des Konzerts wahre Menschenmassen in die Gegend strömten. Ja dann auf zur letzten Nacht auf amerikanischem Boden. Morgen geht es mit Taxi um 5.45 Uhr zum Flughafen! 

Dienstag, 18. September 2012

Waldschrate in Downtown, alles so groß hier!


Der Tag war gekommen: der Tag der Abgabe! Das bedeutete: aufräumen, putzen und noch einmal in alle Ecken zu kriechen. Wir frühstückten vor Ort (dessen Ausführung bei der Fahrt oft für fliegende Gegenstände, kleine Überschwemmungen und Rutschpartien gesorgt hatte) und als nächstes Ziel fuhren wir den „Target“ an, in dem Papa (zum Glück hatte das Ding morgens um 08.00 Uhr schon offen) sein ersehntes Objektiv erstand, was er auch sofort an der Fototheke auspackte und ausprobierte. Auf die Frage der Verkäuferin, ob es das auch beruflich mache, antwortete der Erziehungsberechtigte wahrheitsgemäß „Nein!“, konnte sich es jedoch nicht verkneifen der jungen Dame den Preisunterschied Deutschland – USA zu verdeutlichen, wobei dieser wohl die Gesichtszüge entglitten sein sollen. Ein letztes Mal Tanken und 5 Minuten Fahrt trennten uns in einem Vorort von San Francisco noch von dem Mobilhafen. Dort angekommen, entluden wir unser reichliches Gepäck und wurden von den netten Damen am Empfang begrüßt. Tatsächlich fand sich auch eine 5 – köpfige israelische Familie, die jetzt erst ihre Tour begann und sich über die von uns nicht verbrauchten Sachen freute.


Die Dame, die das Fahrzeug kontrollierte, übersah glücklicherweise auch noch den ein oder anderen Kratzer und so konnten wir uns in den Shuttlebus schwingen, dessen unfreundlicher Fahrer eine holländische Familie, ein älteres deutsches Pärchen und uns in Höchstgeschwindigkeit zum Flughafen fuhr. Wir blieben sitzen, da wir erst am Donnerstag fliegen sollten / wollten und konnten so die „Fastseeingtour“ durch San Francisco genießen. An einem Hotel ließ uns der gute Mann raus und verkündete, als Jule ihn nach dem Weg zum Renoir Hotel fragte, dass er uns dort auch hingefahren hätte, aber nun sei es zu spät! Na da danken wir auch schön. Aber zu Glück war es nicht weit. Jule und Mama gingen voraus und erfuhren, dass wir leider erst um 15.00 Uhr einchecken konnten. Ein Teil des Gepäcks schlossen sie ein und gingen noch einmal, um die mit den Koffern wartenden Männer abzuholen. Da wir alle Hunger hatten, ließen wir uns in der Hotellobby nieder und schnabulierten unsere Reste und nutzten das kostenlose Internet. Jedoch zog sich die Warterei und um 14.00 Uhr beschlossen Jule, Hannes und Mama zum Visitor Center zu laufen, um erste Erkundungen einzuziehen, außerdem war der Internetserver des Hotels bereits zusammengebrochen. Der Weg dahin war nicht einfach und führte uns an den Folgen des Landes der begrenzten Unmöglichkeiten vorbei. Es lag sicherlich auch am Viertel, aber so viele obdachlose Menschen waren uns noch nie in einer Großstadt begegnet. Nach einigem Fragen (ein 2 m großer Officer war dabei behilflich) fanden wir das „downstairs“ gelegene Visitor Center und erstanden neben Informationen auch vier Tagesfahrkarten (seit Erscheinen des Reiseführers – 2011- und dem heutigen Tag waren diese von 11 auf 14 $ gestiegen!) für den nächsten Tag. Zurück im Hotel fragten wir vorsichtig nach, ob denn irgendwann die Möglichkeit bestünde in unser Zimmer einzuchecken und tatsächlich- sie bestand. J Der ansässige Koffermanager mit einem spanischen Namen (keiner kann sich den merken, deswegen heißt er ab und zu Carlos oder Santana, in Wirklichkeit hieß er jedoch Santino!) bugsierte unsere zahlreichen Taschen nach oben und nachdem wir die Kofferinhalte größtenteils im Zimmer verteilt hatten, beschlossen wir einen Teil San Franciscos per pedes zu erkunden.


Dabei kamen am „Cable Car Turnaround“ vorbei, an dem die Cable Cars auf einer Art runden Platte umgedreht wurden, damit sie in die andere Richtung fahren, liefen vom Union Square weiter durch Chinatown, durch den Financial Destrict, bewunderten die steilen Straßen und waren dankbar da nicht mehr mit dem Mobil hoch zu müssen. Unser Ziel war das Ferry Building, in dem es neben Fährtickets auch allerlei Köstlichkeiten im Bereich Käse, Brot, Pilze (!) und natürlich auch „Seafood“ gab. Von hier aus konnte man eine Brücke sehen, welche allerdings noch nicht die Golden Gate Bridge darstellte.



Da wir nicht in der Dunkelheit durch unser Viertel wollten, entschieden wir uns für den Rückweg und stolperten auf diesem über Bäume, die bis zum letzten Blatt gefüllt waren mit dem Zetern von grünen Sittichen. Sehr exotisch und lustig anzusehen, wie diese ihre Kreise um die hart umkämpften Schlafplätze zogen. In Chinatown ging unser Plan billige Postkarten zu erwerben insofern nach hinten los, da die Briefmarken dort umso teurer waren. Tja ein gutes Geschäft für die asiatische Ladenbesitzerin oder auch „Beschiss!“ genannt. Uns plagte der Hunger und so kehrten wir auf dem Weg ins Renoir noch im Bloomingdale’s ein. Hier gab es eine große Auswahl an Geschäften, was die Entscheidung ja bekanntlicher Weise nicht einfacher macht. Schließlich fiel unsere Wahl auf ein japanisches Schnellrestaurant, was als Tagesspecial „Chicken Terryaki“ zum Verkosten anbot. Es schmeckte wirklich gut, wurde vor unsere Nase zubereitet und außerdem lächelten die so nett. Mit dem warmen Essen unterm Arm kämpften wir uns durch die Gassen von Downtown. In unserem schönen Chaoszimmerchen (übrigens mit zwei Bädern und zwei Wandschränken!) verspeisten wir das gute Zeug bei dem Film („Vielleicht, vielleicht auch nicht“), konnten den Primaballerinas im gegenüberliegenden Wolkenkratzer beim Üben ins Fenster sehen und selbst Papa hatte die Chance mit dem Leica – Glas zu erspähen, wer auf der anderen Straßenseite in den Club durfte und wer nicht. 

Ansonsten fährt auch alle 5 Minuten ein mit Sirenen gespicktes Fahrzeug vorbei, ab und zu ertönten Schüsse - na das kann eine ruhige Nacht werden! (Früher hätte man den Fernseher an dieser Stelle einfach abgeschaltet!)

Montag, 17. September 2012

Wie im Film!


Unser heutiger Weg führte uns von Reno bis ganz nah an San Francisco. An der Grenze von Nevada und Kalifornien stießen wir auf eine (von uns als vermeintliche Mautkontrolle verbuchte) Kontrollstation, an der es aber eher um Gemüse – und Obstfragen ging. Der nette Zollbeamte stellte seine Fragen: „Haben Sie Äpfel dabei?“ und Papa antwortete grinsend: „Nein.“ Die nächste Frage lautete: „Haben Sie Feuerholz dabei?“ und wieder erklang ein fröhlich betontes „No.“ aus der Fahrerkajüte. Der Beamte schien zufrieden, nicht ahnend, dass mit das einzige, was wir noch besaßen Äpfel und Feuerholz waren J! Der größte Abschnitt war geschafft und nun waren es nur noch ein paar Kilometer bis Buffalo … äh … San Francisco (endet ja auch auf „o“!). Davor allerdings versuchten wir noch ein heiß ersehntes Objektiv für Papa aufzutreiben, der im Target (wie Walmart nur mit mehr Klamotten!^^) ein solches erblickt hatte. Der Tipp des Angestellte endete in einer Art „Road Trip“, bei dem ein mexikanisches Schnellrestaurant („Chili’s“), vor dessen Parkplatz bestimmt 20 schwarze und weiße Limousinen parkten, und ein McDonalds entscheidende Tipps gaben.

Diesmal wurde das letztere Restaurant nicht als Verursacher der Schwimmringe kleiner dicker Kinder angesehen, sondern als Rettung, da wir dank des kostenfreien WiFi nach einem Campground suchen konnten. Leider gab es das gewünschte Objektiv in dem Tipp – Laden nicht und so brummten wir weiter durch Concord, Walnut (durch Sacramento waren wir auch durchgefahren, aber die Zeit war leider etwas knapp) bis die Landschaft eher ostfriesisch anmutete mit einem Hauch Alligatorgebiet an der Seeseite. Unser Navi führte uns über den „Highway 160“, welcher sich als ein sich auf dem Damm gelegener Fahrradweg entpuppte, zum ersehnten Campingplatz. Hier war es nicht nur voll, sondern auch sehr windig, was trotz des schönen Ausblicks aufs Wasser, auch neben dem Rumpelpfad zur Weiterfahrt anregte. Mit viel Geschick manövrierte uns der Captain des Fordschiffes an Spaziergängern mit Hunden & anderen Autos vorbei, über steile Hänge hinweg bis über einen Riss im Teer, der denen aus dem Film „2012“ gar nicht unähnlich war.

Über die Brücke ging’s mit Schwung und wir waren noch dichter an San Francisco. Nicht verzagen- Navi fragen, welches uns fast bis zum nächsten RV – Park (zwischen Golfplätzen) führte, wir aber für genauere Informationen wieder auf zwischenmenschliche Kommunikation zurückgreifen mussten. Es war nicht unser schönster Campingplatz, aber preiswerter als erwartet und die Leute waren auch sehr nett. So fiel uns der Abschied auch ein wenig leichter, da wir den Abend auch ohnehin eher mit Packen als mit allem anderen verbrachten. Hierbei machten leichte Panikattacken die Runde, als wir mitbekamen, dass sich doch eine Menge an Gehamsterten angesammelt hatte. Hektisch wurde gestaut, gepresst und heimlich in die Koffer der anderen Familienmitglieder gestopft und bei jeder neu entdeckten Tüte entfuhr demjenigen ein leises: „Mist!“, „Verdammt!“ oder wahlweise auch „Ach du liebe Scheiße!“. Aber mit Packkunst und Gewalt fanden die Dinge überwiegend Platz in den Koffern. Mit „Ab durch die Hecke“ veranstalteten wir mit dem auf Nudelbasis basierenden Abendbrot den schönen Abschiedsabend.

Sonntag, 16. September 2012

700km vor uns..


Diesmal war die Nacht nicht mehr so kalt, trotzdem fiel das frühe Aufstehen einem Teil der Familie schwer… gäääähhn! Aber lange Zeit zum Trödeln hatten wir nicht, wir mussten weiter! Heute lag die längste Strecke vor uns: über 700 km! Ein ganzes Stück! Vorbei an Schulbussen, Feldern, Angusrindern, Trucks…


Wir überquerten die Grenze von Idaho nach Nevada und kamen trotz Tankstops zügig voran. Sieben Stunden Mobilfahrt sind ganz schön anstrengend, v.a. für den Fahrer! Unseren RV – Park in Reno hatten wir ja zum Glück schon gebucht, sodass es da um 14.00 Uhr bei unserer Ankunft eigentlich keine Probleme gab. Wir hatten einen schönen Platz direkt neben den Duschen, im Schatten!^^ Als Nächstes erkundeten wir das nebenan liegende Hotel …Resort & Casino und man glaubt gar nicht, was man in so einem Monster alles machen kann: auf Pferde wetten, am Automaten sein kleines Häuschen verspielen, heiraten, in einem Ballsaal tanzen, ein Meeting abhalten, viiiieeel Essen, danach ins Fitnessstudio, um die Pfunde wieder wegzukriegen und wenn man dann einen Muskelkater bekommt, kann man immer noch in den Spa & Wellnessbereich socken, ganz zu schweigen vom Pool! J Nur die angekündigte Mall war eine Enttäuschung: Sie bestand aus 3 Läden! Naja, dafür gingen wir dann in den Walmart, in dem man sich auch seeeehhhr lange suchen kann, oft Tage, wenn man nichts Besseres zu tun hat!
Nach dieser Aktion (hier war es doch noch heißer als gedacht) sprangen wir noch in den hauseigenen Pool, der allerdings den Erfrischungsgrad einer Pfütze in der Sahara hatte: gar keinen! Vom Rettungsschwimmer beobachtet ertauchte Papa die eigentlich für den Pool benötigten Hotelbändchen (man hatte uns keine gegeben, sondern nur zwei Plastekarten), die von unsachtsamen Besuchern abgefallen waren.
Abends nutzten wir noch die Chance der teuersten Laundry, die wir bisher entdecken konnten, aber was muss, das muss! Gewaschen, geschleudert und im Trockner gewendet machten sich die Klamotten im Koffer einfach besser. Zum Abschluss packten wir noch unsere Stühle aus, die zwei Tische (erste Benutzung) und Papa brutzelte uns noch richtig gute Steaks auf unserem erstmals benutzten Minigrill. Im Schein des blau – grün – rosa angestrahlten Hotels hinter uns mumpfelten wir so vor uns hin.

Wäre es noch hell und vor uns kein Holzzaun gewesen, hätte man vielleicht auch noch einen Blick auf den sagenhaften (von beschaulichen Betonplatten gesäumten) Lake ergattern können, wo Hinz und Kunz kleine weiße Bälle auf kleine Inseln mit „Plastepalmen“ schmettern konnten, wenn sie wollten. Unsere nächtliche Tour aber führte uns noch am River vorbei, in dem es angeblich Biber geben sollte, aber trotz genauer Suche fanden wir zwar Biberschnitte, aber ansonsten nur Müll und einen menschlichen „Brückenbewohner“, der uns einen ganz schönen Schrecken einjagte. Und damit: Gute Nacht!

Samstag, 15. September 2012

Good bye Yellowstone!


Epilog: Hallo ihr Lieben zu Hause an den PC – Bildschirmen. Weder waren wir zu faul zum Scheiben, noch wurden wir vom Bären gefressen (obwohl es nah dran war – siehe Blogeintrag^^), wir hatten schlichtweg weder Internet noch Handyempfang und so konnten wir die vorhergehenden Tage (inklusive 1 Tag Grand Teton) leider erst jetzt reinstellen. Jedoch wünschen wir euch viel Spaß beim Lesen!
So zurückhaltend der Yellowstone am Anfang – gerade im Bezug auf Tiere – auch war, verabschiedet hat er uns ordentlich. Als wir im morgendlichen Raureif über die Fishing Bridge fuhren, rief Papa ganz aufgeregt: „Bären!“ Wir dachten: Huch, wir sind doch noch gar nicht da, träumt Papa etwa noch? Aber nein, auf der linken Seite der Brücke, konnte man ein Stück entfernt zwei braune runde Punkte erkennen. Schnell anhalten! Wir stürmten aus dem Mobil und stolperten über zwei ältere Herrschaften mit Spektiv, die ihrerseits aufgeregt zum Auto stürmten. Vom Brückengeländer aus wurde durch das Leica – Fernglas festgestellt (daher waren wir uns sicher, dass es keine braunen rollenden Steine waren^^), dass es eine Grizzlymama mit „cub“ (Bärenkind) war, die da am Ufer entlang in unsere Richtung trottete.


Hinter uns versammelten sich mittlerweile nicht nur das aufgeregte Pärchen, sondern auch eine ganze Busladung inklusive gelben Bus. Nun hatte uns der Bär auch wahrgenommen, aber wohl bei der Menge an Menschen einen anderen Fluchtweg auserkoren. Er rannte, von dem kleinen gefolgt, einfach den Hügel hoch und verschwand zwischen den Büschen. Ein chaotisches Gewusel begann um uns, da die Rentner wie aufgescheuchte Hühner in den Bus stürmten, der zum Wenden weiterfuhr. Wir dagegen stellten uns einfach neben unser Mobil und mussten nicht lange warten: In ca. 40 m Entfernung überquerte das Bärenduo die Straße und trabte auf der anderen Seite den steilen Abhang hinauf und ward nicht mehr gesehen. Tja da kam der Postbus wohl zu spät. An der Luderstelle fuhren wir an einer Menge Autos und in Jack Wolfskin gehüllten Touristen vorbei, die mit dem Auge schon fast am Spektiv angefroren waren. Ein kurzer Blick durch das Fernglas bestätigte uns: 2 Grizzlys, 1 Wolf. Also schien es doch ein etwas größeres „Luder“ zu sein, vielleicht doch ein Bison?
Unsere Fahrt ging weiter Richtung West Entrance, immer noch klebten wir an der Scheibe, in der Hoffnung im Moosegebiet noch einen solchen zu entdecken. Diesen sahen wir erst nicht, dafür aber einen Coyoten, der ein wohl überfahrenes junges Mule Deer für sich eingenommen hatte und nun versuchte große Teile davon zu verschlingen, bevor ihm jemand zuvor kam. 


Sich hektisch umblickend, mampfte er und versuchte immer wieder seine Beute von der sich mehrenden Fotografenmenge weg zu ziehen. Da wir als eine der ersten angehalten hatten, blockierten wir nun aber leider die Straße und mussten in eine etwas weiter entfernte Nische am Straßenrand ausweichen. Papa fuhr fort den Coyoten mit den sich nun auch ansammelnden Raben zu fotografieren, während wir (Mama) das Frühstück vorbereiteten und duschten (Jule). Das Duschwasser war aber inzwischen schon wieder kalt geworden und so erwärmte Mama dankenswerterweise Wasser im Topf! Leider wollte sich kein großer Moose blicken lassen, dafür haben wir aber beim sehr genauen Hingucken eine neue Elchart entdeckt: Alces minor, der gemeine kleine Baumelch, der sich in Baumkronen wohnend von Ast zu Ast schwingt und deswegen am Boden keine Spuren hinterlässt. 

Am West Entrance angekommen, standen wir plötzlich inmitten einer kleinen Outletcenterstadt, in der es reduzierte Yellowstoneartikel vom T- Shirt bis zum Magnet in jeder Form und Größe gab. 


Zufrieden mit unseren Eindrücken und Erfahrungen, brummten wir durch Idaho. Mit blühenden Landschaften (Rapsfelder und Weiden), in denen die Bisons mittlerweile gegen Angusrinder ausgetauscht worden waren (es gibt hier durchaus Leute, die dafür stimmen, den Bisonschutz außerhalb des Parks aufzuheben, um ihr von den Rindern beweidetes Grasland nicht zu „gefährden“!). An beiden Seiten der Straßen hielten wir nur an, um eventuell einen überfahrenen Fuchs, Waschbären oder Coyoten zu fotografieren oder um zu tanken. Gegen 17.00 Uhr fuhren wir in Twin Falls ein, welches durch eine große Schlucht am Rande der Stadt und einen darin fließenden Fluss seinen Namen hat und fanden nach kurzer Suche einen schönen kleinen günstigen (15 $ die Nacht, äußerst preiswert!) Campground, direkt am Fluss gelegen. Hier gab es Strom und Wasser und Grills, die wir gleich zum BBQ machen nutzten. Neben dem guten Rind gab es an dem Abend auch noch eine andere, etwas flauschigere Delikatesse! J Hannes und Jule grillten erstmals Riesenmarshmallows über den kleinen Flammen des Grills. Das war lecker! „Die wärden ümmer mähr imm Muuuund!“ war Mama’s Eindruck nach der ersten Kostprobe, wohingegen Papa fleißig weiter auf den flauschigen süßen Zuckerkissen rumkaute  und dabei beide Backen vollgestopft hatte – wie ein Hörnchen, das Wintervorräte sammelt! J 

Na dann Gute Nacht! 

Freitag, 14. September 2012

Wieder einmal zum "Luder" :)


Wer steht früh auf? Der Elch. Wer muss also auch früh aufstehen? Wir! Heute Nacht war es zwar nicht ganz so kalt, aber es hat gereicht. Da Jule aufs Duschen vorerst verzichtete ging es schneller los. Unser erster Halt galt dem „Luder“ – Platz vom Vorabend. Hier standen auch schon wieder eine Menge  Leute, die entweder hier übernachtet haben oder nicht schlafen konnten, keine Ahnung! Am Fleischhaufen selbst befanden sich drei Grizzlys mit Raureif auf dem Bärenhintern und drei Wölfe, die sich farblich sehr gut anpassten, sodass zwischendurch Unstimmigkeit darüber bestand ob es nun zwei oder drei Wölfe waren. Ein Stückchen weiter hielten wir dann an, um zu frühstücken und für die letzte ausstehende Dusche. Mit Nebel über dem River und leise schnatternden Kanadagänsen vor dem Fenster machten wir uns über Rosinentoast, Cornflakes, Kaffee und Kakao her. 


Da ein schönes Licht herrschte, fuhren wir zum „Grand Canyon of the Yellowstone“. Hier liefen wir über ca. 350 Stufen (den „Uncle Tom’s Trail“) zum Lower Fall, der sich, beleuchtet von der aufgehenden Sonne, vor den gelben Felswänden (von denen der „Yellowstone Park“ seinen Namen hat) in den Yellowstone River ergießt. Wunderbarerweise entstand dabei auch noch ein Regenbogen, was sich zum absoluten Postkartenmotiv entwickelte. 


Dann die über 300 Stufen wieder hoch -.-! Schließlich wollten wir doch noch zu den Upper Falls. Die waren zwar von einer Busladung Touris umstellt, aber nicht annähernd so schön und ohne Regenbogen. Weiter geht’s! Auf zum Norris Geysir Basin. Zwar hatten wir schon ausreichend viele Geysire gesehen, aber dies war das älteste und hydrodynamisch aktivste Basin im Yellowstone Nationalpark. Also stiefelten wir durch das „Porcelain Basin“ und standen erwartungsvoll vor dem „Steamboat Geysir“, obwohl der nur alle 4 Tage bis 55 Jahre ausbricht (die offensichtlich gerade nicht herum waren!). 

Genug des Guten! An einem Bisonstau vorbei tuckerten wir zu den „Mammoth Hot Springs“, die uns allerdings nicht so recht umhauten. Angel Terrace war noch sehr schön anzusehen, ein bisschen wie bei den Eisbären im Zoo, aber an den „Main Springs“ war es eher ein wenig trocken – zu Deutsch: tote Hose. Am höchsten Punkt riskierte Hannes umsonst sein Leben für das Absenden einer SMS. In die Luft schmeißen (wie die Mongolen es machen) wollte er es nicht, da er Angst hatte, es könnte in eine der ausgetrockneten Quellen fallen. 


In Mammoth selbst gab es eine Post, mehrere Shops, ein Restaurant, ein Visitor Center, ein Hotel und ein paar „Elks“, die es sich zum Hobby gemacht hatten die Touristen zu ärgern, wenn diese ihnen zu nahe kamen. Unser Tagesplan führte uns weiter in Richtung North Entrance, immer noch auf der Suche nach dem Moose. Wir fanden zwar was mit Geweih, aber das war nur eine Gruppe „Elks“, die um und im Fluss standen und mampften, wieder beobachtet von ganzen Touristenscharen. Wir enterten für wenige Meter Montana.  Höher ging es nicht, ohne aus dem Park herauszufahren, also retour, aber über das letzte Stück Straße im Norden, auf dem wir noch nicht gefahren waren und wo wir uns viel Wildlife erhofften. Treu waren nur unsere Bisons, die auch hier mit Freuden die schöne ebene Straße mitbenutzten. Papa wollte noch am „Brink of View of the Upper Falls“ anhalten, um den Wasserfall noch mal von oben zu sehen. Hier standen leider auch wieder „nur“ Mule Deers herum. Zur Abendbrotszeit zog es uns wieder ins Hayden Valley. Hier liefen Hannes und Jule noch mal zum Autoauflauf, um zu sehen, ob es etwas Neues von der „Luder“ – Front gab. Es waren diesmal zwei Grizzlys zu sehen, die gemütlich am Fleisch nagten, während sie von einem schwarzen Wolf mit heller Gesichtszeichnung beobachtet wurden. Ein weiterer großer Grizzly näherte sich vom Waldrand und begann sich mit den anderen beiden um die Reste zu zanken. Ein weiteres Highlight war der plötzlich am Fluss auftauchende Weißkopfseeadler, dem Hannes sofort hinterher rannte, um ihn auf den Kamerabildschirm zu bekommen. Als wir am Straßenrand zurückstampften, lief vor uns ein Teil der großen Bisonherde einfach stur zwischen den Autos und Menschen über die Straße. Wenn da etwas / jemand im Weg steht – das gibt große Beulen, nicht nur im Blech! Da wir einen langen Tag hinter uns hatten und die Dunkelheit hereinbrach, fuhren wir mit den bereits gekochten Kartoffeln zum Campground, um sie dort zusammen mit den gebratenen Hühnerkeulen zu verspeisen. Das letzte Tier, das uns an diesem Abend verabschiedete war ein riesiger Bisonbulle, der auf der Gegenfahrbahn gemütlich den Verkehr aufhielt! 

Donnerstag, 13. September 2012

Das schönste Blau, das ich je gesehen habe! :)


Wir wollten (wir waren extra früh aufgestanden, weil die Wildnis das ja auch macht!) Tiere sehen! Beim Frühstück schon! So machten wir uns auf den Weg in Richtung Old Faithful. Da es dieses Mal quasi „unten herum“ (also die südlichste Strecke des Parks) ging, erhofften wir uns am Yellowstone Lake einen schönen Platz zur Beobachtung und zum Frühstücken. Das war gar nicht so einfach, schließlich hielten wir dann nur an, um sechs weibliche Wapiti und einen Hirsch Heinrich J (mit großem Geweih) sowie seinen kleineren Bruder durchs Wasser schwimmen zu sehen. 


Wir frühstückten dann schon am Black Sand Basin, wo es gut schwefelig duftete. Danach ging es zum Old Faithful, dem angeblich höchsten Geysir der Welt, der einmal etwas lasch und danach noch einmal etwas höher für uns spuckte (30 – 55m laut Infotafel). 

Aber neben ihm gab es „in Teufelchens Küche“ noch ganz viele kleine, sprudelnde, köchelnde und blubbernde Geysirchen. 


Schön war auch der Morning Glory Pool, den die zahlreichen Bakterien, die die unterschiedlichen Farbschichten in solch einem Pool bestimmten, am farbenreichsten schmückten. 

Auf dem Rückweg kamen wir überpünktlich zu einem weiteren Ereignis: der Grant, der Turban und der Vent Geysir brachen gleichzeitig (nebeneinanderstehend) aus. Das war sogar beeindruckender als der Old Faithful und das Feuerwerk dauerte auch viel länger. Nachdem wir hier fast drei Stunden verbracht hatten, fuhren wir weiter mit Halt beim Biscuit Basin. Hier gab es auch allerlei Geysirchen und heiße Quellen zu besichtigen, die brodelten und dampften. Ein schöner Punkt in der Nachmittagsordnung war der Fountain Paint Pot, der weiß und schlammartig blubbernd wirklich aussah wie ein weißer Farbtopf. 

Der letzte Stopp wurde an den Firehole Falls gemacht, die sich neben der Straße völlig unscheinbar, aber sehenswert, entlangschlängelten. Nun musste Papa aufs Gas drücken, noch mit dem Schwefelgeruch in der Nase fuhren wir in Richtung Hayden Valley, um ausdauernd darauf zu hoffen dort noch etwas zu entdecken. Auf der Liste standen noch: Moose, Bär, Wolf, Baumstachler, Dachs, Weißkopfseeadler und Pika. Wieder mit weit geöffneten Augen aus dem Mobilfenster starrend (wer von draußen herein geguckt hätte, hätte uns vielleicht für ein wenig gruselig gehalten ^^) sausten wir durch die Landschaft. Im hohen vergilbten Gras nahmen wir aus den Augenwinkeln drei sich bewegende Punkte wahr. Vollbremsung und wichtige Utensilien am Interflug hindern war wieder eins. Durchs Fernglas konnten wir in der Abendsonne drei Kojoten beim „Mäuseln“ beobachten. In aller Ruhe gingen die Tiere ihrer Abendbrotsuche nach, scheinbar wohl wissend, dass sie im Nationalpark nicht geschossen werden durften. Aber leider immer noch keine Wölfe! Weiter ging’s auf der Piste. Mit leichten Halluzinationen rief Jule, durch das Fernglas starrend, plötzlich: „Da steht ein Elch!“ Also Elschalarm! Leider waren da nur ganz viele Touris und der imaginäre Elch hatte sich inzwischen verflüchtigt und entpuppte sich als Elk, was so ähnlich klingt aber leider wieder mal „nur“ ein Wapiti war . Aber wir hatten schon gelernt: Wo so viele Leute stehen, muss es was zu gucken geben! Also Fernglas schnappen und erst einmal wissend daneben stellen und auch gucken. Man weiß zwar nicht wohin und was es da gibt, aber man muss wissend aussehen, sodass einen viele Menschen aus den Autofenstern anquatschen können: „Was sehen Sie denn da?“ und man antwortet dann „Keine Ahnung, sehen Sie was?“ Schließlich wird irgendein Gesprächsfetzen von wegen „Wolf“ oder „Grizzly“ fallen und hier wandelte sich tatsächlich der „Elschalarm“ in „der Bär ist los“ um und wir konnten zwei Grizzlys an einem „Luder“ (wie Mama es nannte, für die „Nichtjagdlateinvertrauten“ unter uns: Da lag ein Kadaver rum und keine aufreizend gekleidete Dame mit zwielichten Absichten!) erkennen. 


Wahnsinn! Da hatte es doch gelohnt und wir glotzten und glotzten bis uns die Augen tränten (vor allem mit dem Zwiebelglas – ein altes Carl Zeiss Fernglas, das nicht so das allerbeste ist im Gegensatz zum neuen Fernguckglas von Frau Leica und da einem davon die „Augen zwiebeln“, wurde es nach diesem von Mama erfundenen Ausdruck umbenannt – es war deswegen auch nicht so begehrt!). Ab und zu schmulten wir noch durch eines der Spektive der freundlichen Amerikaner und konnten dem Bär quasi in die Nase schauen. Auch wurde von einem Wolf gesprochen, den wir nur erahnen konnten. Nachdem der große Grizzly den kleinen Grizzly auf die Nase gehauen und diesen vertrieben hatte, ließ er sich satt auf den Berg Fleisch sinken und schlief ein, während sich die Raben um ihn scharten. Es wurde kalt und wir fuhren ab. Als Hannes abends die Bilder sortierte, vergrößerte (denn trotz Teleobjektiv konnte man die Bären nicht gestochen scharf erkennen) er einige und stellte dabei fest, dass auf den ersten Fotos tatsächlich noch ein fetter Wolf neben den Grizzlys stand, den man aufgrund seiner dem Valleygras angepassten Fellfarbe weder durch das Zwiebelglas noch durch Frau Leica erkannt hatte. Na, der Abend hatte sich doch gelohnt!


Mittwoch, 12. September 2012

Es geht noch kälter!


Scheißkalt war gar kein Ausdruck mehr. Trotzdem heute Nacht nur ein halbes Fenster offen war, froren wir alle wie die Schneemänner. Zum Glück erbarmte sich Mama, stand als erste auf und bereitete alles so vor, dass bald lauschig warme Luft durch das Mobil strömte. Geduscht wurde hier, Gefrühstückt erst am etwas sehenswerteren Ausguck auf das Hayden Valley, wo uns sofort wieder unsere gehörnten Bekannten im wahrsten Sinne des Wortes „über den Weg“ liefen, genauer gesagt über die Straße und sie gingen, nachdem sie auf dem Teerweg standen, nicht einfach weiter – Nein! Sie mussten unbedingt mitten auf der Fahrbahn stehen bleiben und sich die Autokennzeichen von Nahem betrachten! Nach einem gefühlten halben Film Bisonfotos konnten wir dann endlich frühstücken. Später führte uns unser Weg über Canyon Village (General Store und Visitor Center), Mt Washburn (ein Coyote auf der Fahrbahn!!! Kein Wolf, aber immerhin schon etwas!) und die Tower Falls, wobei wir uns die letzten beiden und den Grand Canyon of the Yellowstone auf der Rücktour ansehen wollten. Auch das nächste Tier ließ nicht lange auf sich warten: eine Pronghorn-Antilope, die wir erspähten, während wir in unserem Mobilchen, ein wenig ängstlich um die engen Kurven brausend, auf dem Weg in Rchtung Northeast Entrance waren. Wir hielten am Pebble Creek, wo laut unserem Yellowstone – E – Book von einer Wolfsforscherin eine Menge zu sehen sei. Hmmm… leider hatten die Tiere das Buch wohl nicht gelesen, denn obwohl wir extra den Pebble Creek auf überhaupt nicht rollstuhlgerechten Trampelpfaden entlang liefen fanden wir keines, das sich als hier ansässig outen wollte. Der Ort ist aber dennoch schön, außerdem sehr ruhig, was auf den Mangel an Touristen zurückzuführen istJ

Schade, hier wäre doch ein schönes Elchgebiet, und das muss es wohl auch gewesen sein, denn wir stolperten schließlich über die von ihnen in den Park gepoopten, allerdings schon stark getrockneten Hinterlassenschaften. Gezeigt haben sich die Verursacher aber leider nicht… also wieder zurück! Unterwegs sperrten wir die Augen sehr weit auf, Fotoapparat und Fernglas immer im Anschlag. Auf der Rücktour mussten wir wieder durch die enge, noch durch eine Baustelle erschwerte (viel Zeit haben sie hier zwischen Touristenansturm und Wintereinbruch nicht, denn im September fällt hier der erste Schnee, sehr früh, wenn man bedenkt, dass er erst Ende Mai komplett wegtaut! Aber auch Sister Karberry wusste schon: „Hier gibt es keinen Herbst, der Sommer geht direkt in den Winter über!“) Bergstraße. Auf dem Rückweg hielten wir am Tower Fall und am „Grand Canyon of the Yellowstone“, da aber nichts so recht im hübschen Licht saß, stand oder floss, beschlossen wir diesen Punkt irgendwann am Morgen noch einmal abzulichten. Im Hayden Valley stampften gerade noch die letzten drei Tiere der Bisonherde durchs Wasser, aber sie waren nicht schnell genug, um Papa mit dem Fotoapparat zu entkommen. 


Am Elk Antler Creek aßen wir unsere sicherste Abendbrotvariante (Nudeln mit Tomatensoße und viiiieel KnoblauchJ) und beobachteten die Wildnis. Leider konnten wir an diesem Abend keine aufregenden Beobachtungen verzeichnen und so fuhren wir mit dem Mobilchen in der Dunkelheit dem Campground entgegen und bereiteten uns auf die nächste kalte Nacht vor.

Dienstag, 11. September 2012

KALT! KALT! KALT!


Scheiße ist das kalt! Das entfuhr so ziemlich jedem Familienmitglied an diesem Morgen und nicht nur einmal. Alle Fenster waren wie durch Zauberhand (es wollte niemand zugeben) offen gewesen und so war es im Inneren des Mobils wie außen: eiskalt! Deshalb beschlossen wir nach einer warmen Dusche, während des Fahrens das Mobilchen etwas aufzuheizen und mit Blick auf den Jackson Lake zu frühstücken. Weit weg war der Yellowstone ja nicht. An zahlreichen Baustellen und einem plattgefahrenen Rauhfußhuhn („Nein, das heben wir jetzt nicht auf!“ rief die Jugend) vorbei, ging es weiter zum Yellowstone Nationalpark, dessen hölzernes Eingangsschild uns bald von weitem winkte.

Unser erster Stopp waren die Lewis -Fall, zu dem man erstmalig nicht noch 3 km laufen musste, sondern ihn asiaten – like gleich nach dem Ausstieg knipsen und dann schnell wieder ins Fahrzeug steigen konnte. An der dazugehörigen Brücke gab es eine Biberburg, leider war aber der Hauseigentümer nicht bereit sich zu zeigen. Die Lewis – Falls münden wieder in den Lewis – River, der in den Lewis Lake führtJ. Auf der langen Strecke danach sahen wir unsere ersten Bisons im Yellowstone. Im Grant Village ging es erstmals auf Gift – Shop- Suche und auf Briefmarkenjagd. 

Ein paar Kilometer weiter bei West Thumb sahen wir dann zum ersten Mal die „Pools“, die den Yellowstone Nationalpark ausmachen: große blubbernde Mud Pools und dampfende klare Wasserlöcher, die in -durch Bakterien ausgelöste- wunderschönen Farben leuchteten.

Am Yellowstone Lake entlang, ging es weiter zum Lake Village. An der Fishing Bridge angekommen, checkten wir in unseren als „Full“ angezeigten Trailer Park ein und bekamen neben einer netten Einweisung auch acht Gratisduschen – jucheee! Außerdem sollte es heute Nacht sehr kalt werden ( - 3°C …bbrrrrr!), sodass wir da auch einiges beachten mussten, um das Wassersystem des Parks nicht zu sprengen. Die Toiletten lagen soweit von unserem Stehplatz entfernt, dass wir uns nachts bestimmt nicht trauen würden bis dahin zu latschen ohne als Bärensnack zu enden. Unser freundlicher Nachbar, Besitzer eines fetten Wohnmobils, eines roten Mustangs (das Auto!), eines Pick – ups und zweier hässlicher kleiner Yorkshire – Terrier borgte uns ein Druckventil für den Wasserschlauch. Hannes prüfte sofort die technischen Gegebenheiten – 0 Internet und Empfang – the youth was not amused. Nach einer kurzen Verschnaufpause, machten wir uns auf, um noch zwei Punkte abzuarbeiten und einen Pullover für die bevorstehenden kalten Nächte zu erwerben. Das taten wir dann im General Store der Fishing Bridge und im dazugehörigen Visitor Ceter holten wir uns ein paar Informationen zu Tieren (u.a. wo sich Bären gerne aufhielten) und der Internetverteilung im Park. Unser erstes Ziel wurde von einem Spektakel am Yellowstone River nach hinten verschoben: eine sehr große Gruppe Bisons stand auf der anderen Seite des Flusses in der Sonne und war dabei zu trinken, zu mampfen oder sich gegenseitig zu schubsen. Der Fotoapparat dampfte und kurz darauf musste er gleich wieder ran, als am linken Straßenrand ein großer Bisonbulle seinen Kopf an einem Baumstamm rieb und dessen Rinde mit seinen Hörnern zerpflückte.

Überhaupt verursachten Bisons hier regelmäßig Staus, nicht nur in der Abendplanung der Familie Teubner. Es bedurfte einiger Zeit, um die interessierten Erziehungsberechtigten, die wie zwei hungrige Bären die Bisons durch die Ferngläser beobachteten, zum Mud Vulcano zu kriegen. Dort stank es unglaublich nach den berühmten „faulen Eiern“ und es dampfte und blubberte was das Zeug hielt. Während die Pools am West Thumb so klangvolle Namen hatten wie: Bluebell Pools, Ephedra Spring oder Lakeshore Geysir, trafen wir hier auf den Mud Caldron, den Mud Geysir, den Mud Vulcano und den Dragon’s Mouth Spring. Da wir irgendwann genug Schwefeldämpfe eingeatmet hatten, gingen wir an den interessierten Kolkraben, die ständig in die offenen Touristenautos schielten, zurück zum Mobil und sausten zum Hayden Valley. Dort versuchten wir eine Weile, zum ersten Mal auf unseren Klappstühlen sitzend, in der Kälte, das Fernglas am Auge festgefroren, etwas Interessantes zu erspähen. Ein einziges Bison und ein sich skeptisch umblickender „Elk“ (Wapiti) erbarmten sich unserer kalten Füße. Am Sulphur Caldron Aussichtspunkt konnten wir in der hintersten von dort sichtbaren Parkecke noch eine Herde Wapitis entdecken. Um unsere letzte Chance auf unserer Strecke zum Campground noch mal zu nutzen, hielten wir an der Fishing Bridge, wo sich laut Visitor Center manchmal ganze Bisonherden über die Brücke wälzten. Ein wenig Geduld machte sich bezahlt. Bald entdeckte Papa eine Bisamratte im Wasser, die emsig hin und herschwamm. 

Jule stand auf dem hinteren Teil der Brücke, als es plötzlich hinter ihr klapperte und schnaufte. Als sie sich umdrehte sah sie sich einem großen Bisonbullen gegenüber, der ganz gemächlich sabbernd und schnaufend über die Brücke schlenderte, während sich hinter ihm eine ganze Reihe Autos staute. 

Wenig beeindruckt setzte das riesige Tier seinen Spaziergang an Mama vorbei fort, ließ Papa sich die Finger wund knipsen und stockte erst bei Hannes, da der sich auf der Treppe befand, die der Bison eigentlich als Fluchtweg auserkoren hatte. Hannes machte sich zum Sprung bereit, aber dazu kam es nicht, da das Tier offensichtlich keine Lust auf Streit hatte. 

Es wackelte den Hügel hinauf und verschwand in Richtung der großen Bisonherde. Gewusst wie erspart einem nasse Füße oder auch Hufe. Da wir keinen Bären in unserem Bett wollten, grillten wir die Steaks diesmal in der Pfanne, was aber im Nachhinein gesehen gar nicht nötig gewesen wäre, denn draußen gab es sowohl offene kleine Feuer als auch grillende Homo sapiens, obwohl es offiziell verboten war. Ein kulinarisches Highlight war an diesem Abend der Nachtisch: Minimarshmallows, liebevoll an einem Schaschlikspieß über dem Teelicht gegart (darauf hat die Welt gewartet, aber wann und wo, wenn nicht hier im Amiland musste man es mal ausprobiert haben!^^) Nach dem passenden Film „2012“, in dem es sich ja auch sowohl um Kalifornien als auch um den Yellowstone dreht, waren wir froh, dass hier alles noch stand und gingen uns gruselnd ins kalte Bett. 

Montag, 10. September 2012

Unterwegs im Bärenland!


Als wir aufwachten, trommelte der Regen auf das Mobilchendach. Na toll. Nur ein Tag Zeit im Grand Teton und dann so ein Wetter. Wir lugten nach draußen. Die Umherstiefelnden trugen allesamt Regenkombi und waren offensichtlich an dieses Wetter gewöhnt und angepasst. Da in diesem Nationalpark keine Shuttlebusse verkehren, beschlossen wir nach dem Frühstück bei unverändert grauem Wetter und entsprechender Grundstimmung, mit dem Papa-Shuttle zunächst ein bisschen auf Asiatentourismus zu machen und die empfohlenen Aussichtspunkte des Parks nach faunistisch-floristischen Highlights sowie die Visitor Center nach der von Hannes begehrten auf „alt gemachten“ Grand-Teton-Postkarte abzuklappern. 


Am Jenny Lake hätten wir gerne eine Bootstour gebucht, was auf Grund des zu niedrigen Wasserstandes und der bereits entschwundenen Season (nur bis 03. September) aber leider nicht möglich war. Dafür fanden wir Bibernagespuren am Seeufer und kleine an die Stämme von Gelb-Kiefern getackerte Pheromonpäckchen, die dem „Pine-Beetle“ signalisieren sollten, dass der Baum schon von anderen Käfern dieser Art überbevölkert ist. Was wir nicht fanden, war die von Hannes gesuchte Postkarte, in keinem der Visitor Center! 

Bei unserem Mittagessen, was aus den begehrten Instantnudeln bestand, hielten wir an einem sehr beschaulichen Plätzchen am Straßenrand, von dem aus wir auf die herrliche, vom Snake River durchflossene Landschaft blicken konnten. Wer mit seiner Hühnernudelsuppe fertig war, begann sich zu langweilen und aus dem Fenster zu gucken. Bei der Gelegenheit sah Papa einen weißen „Reiher“, was sich bei genauerer Fernglasbeobachtung als ein weißer Pelikan herausstellte. Als dieser auch noch abhob und in unsere Richtung flog, sah man nur noch ein paar herunterfallende Blätter und eine offene Tür im Mobil, denn die Männer hatten wie einst Road Runner mit Kamera und Fotoapparat die Beine in die Hand genommen und waren losgesprintet.  

Mittlerweile schien die Sonne und so beschlossen wir, unsere Wandertradition (Jule: wenn ich gewusst hätte, dass das ein reiner Wanderurlaub wird…!) fortzusetzen und suchten den als „tierreich“ (besonders im Hinblick auf Elche und Wasservögel) beschriebenen Christian Pond auf. Leider mussten wir bis dahin dem stinkigen Horse Trail folgen (die dazu gehörigen Pferde waren uns auch schon entgegengekommen, mit dem Bryce Canyon Ritt hatten wir schon alles richtig gemacht), was bei der Jugend zu heftigen allergischen Niesanfällen führte. Die Alten rieten dazu, vom flächendeckend vertretenen Wermut  zu schnüffeln und sofort wurde es besser. (Noch besser wäre es sicher mit Absinth geworden, aber zur Herstellung fehlten uns gerade Zeit und Equipment). Wir fanden leider nur einige Entenarten am Tümpel und Blesshühner, über dem „Pool“ J flog ein Truthahngeier. Nach der Rückkehr auf unseren Campground suchten wir uns einen neuen Wanderweg am See entlang. Während Papa Mama erklärte, hier sei er gestern schon gewesen und das lohne sich nicht, wurden Hannes und Jule von einem netten Franzosenpärchen herangewunken. Diese nuschelten etwas von einem „ours, petit ours“, wir verstanden erst Moose, aber als wir ein Stückchen näher heranschlichen, sahen wir, dass dem Moose eindeutig ein Geweih fehlte. Auch war das Fell schön schwarz und flauuuusschhiiig! Es war nämlich gar kein Moose (= Elch), sondern ein junger Schwarzbär, der nicht wusste wohin angesichts der ihn umringenden Touris. Daher trat der den Rückzug an und wir erwischten filmtechnisch nur noch sein Hinterteil! ABER wir hatten einen Bären gesehen. Da geht noch mehr! Wir tappten um die Halbinsel und auf die kleinere angrenzende Insel, fanden aber „nur“ noch 5 Kanadagänse, ein paar Hörnchen, ein scheues Raufußhuhn, ein paar Bärenkratzspuren am Baum und einen verirrten Rentner, der nach einem Mann im gestreiften Pullover suchte, der ebenfalls alleine durch die Gegend irren sollte. Wir konnten ihm leider nicht weiterhelfen. Aber besser als nichts. Immerhin hatten wir einen Bären gesehen, auch wenn sich die Elche bisher ein wenig rarmachten. Wir hatten ja noch die letzte Hoffnung: Yellowstone.

Nach dem Abendbrot, das hieß diesmal: vorzügliche Hamburger – Pizza J und Pancakes, wagten Hannes und Jule noch einen Abstecher in die Laundry natürlich ausgestattet mit Taschenlampe, Fotoapparat (ohne Akku wie sich später herausstellte -.-) und einem Stock, da neben den Waschmaschinen der kostenlose WiFi – Empfang sehr gut war. Hier konnte man neben dem Internet auch noch waschen, trocknen und von 8 Uhr morgens bis 18.45 Uhr duschen für 3,75 $. Wenn man allerdings zu fünft duschte war es preiswerter. Wie jetzt? Aber für Nacktbaden im See (siehe Film „Friendship“ ^^) gibt es hier 24 h Arrest. Da duschten wir doch lieber genau dem Motto von Horst Evers: „Aaahhh zu heiß, uhhhmmm zu kalt, aaahhh zu heiß, uhhhmmm zu kalt!“ J in unserer eigenen Nasszelle, schließlich hatte Hannes mit Papa’s Kreditkarte einen „Full – hook“ Campside ergattert.