Unser
heutiger Weg führte uns von Reno bis ganz nah an San Francisco. An der Grenze
von Nevada und Kalifornien stießen wir auf eine (von uns als vermeintliche
Mautkontrolle verbuchte) Kontrollstation, an der es aber eher um Gemüse – und
Obstfragen ging. Der nette Zollbeamte stellte seine Fragen: „Haben Sie Äpfel
dabei?“ und Papa antwortete grinsend: „Nein.“ Die nächste Frage lautete: „Haben
Sie Feuerholz dabei?“ und wieder erklang ein fröhlich betontes „No.“ aus der
Fahrerkajüte. Der Beamte schien zufrieden, nicht ahnend, dass mit das einzige,
was wir noch besaßen Äpfel und Feuerholz waren J! Der größte Abschnitt war geschafft
und nun waren es nur noch ein paar Kilometer bis Buffalo … äh … San Francisco
(endet ja auch auf „o“!). Davor allerdings versuchten wir noch ein heiß
ersehntes Objektiv für Papa aufzutreiben, der im Target (wie Walmart nur mit
mehr Klamotten!^^) ein solches erblickt hatte. Der Tipp des Angestellte endete
in einer Art „Road Trip“, bei dem ein mexikanisches Schnellrestaurant
(„Chili’s“), vor dessen Parkplatz bestimmt 20 schwarze und weiße Limousinen
parkten, und ein McDonalds entscheidende Tipps gaben.
Diesmal
wurde das letztere Restaurant nicht als Verursacher der Schwimmringe kleiner
dicker Kinder angesehen, sondern als Rettung, da wir dank des kostenfreien WiFi
nach einem Campground suchen konnten. Leider gab es das gewünschte Objektiv in
dem Tipp – Laden nicht und so brummten wir weiter durch Concord, Walnut (durch
Sacramento waren wir auch durchgefahren, aber die Zeit war leider etwas knapp)
bis die Landschaft eher ostfriesisch anmutete mit einem Hauch Alligatorgebiet
an der Seeseite. Unser Navi führte uns über den „Highway 160“, welcher sich als
ein sich auf dem Damm gelegener Fahrradweg entpuppte, zum ersehnten
Campingplatz. Hier war es nicht nur voll, sondern auch sehr windig, was trotz
des schönen Ausblicks aufs Wasser, auch neben dem Rumpelpfad zur Weiterfahrt
anregte. Mit viel Geschick manövrierte uns der Captain des Fordschiffes an
Spaziergängern mit Hunden & anderen Autos vorbei, über steile Hänge hinweg
bis über einen Riss im Teer, der denen aus dem Film „2012“ gar nicht unähnlich
war.
Über die
Brücke ging’s mit Schwung und wir waren noch dichter an San Francisco. Nicht verzagen-
Navi fragen, welches uns fast bis zum nächsten RV – Park (zwischen Golfplätzen)
führte, wir aber für genauere Informationen wieder auf zwischenmenschliche
Kommunikation zurückgreifen mussten. Es war nicht unser schönster Campingplatz,
aber preiswerter als erwartet und die Leute waren auch sehr nett. So fiel uns
der Abschied auch ein wenig leichter, da wir den Abend auch ohnehin eher mit
Packen als mit allem anderen verbrachten. Hierbei machten leichte Panikattacken
die Runde, als wir mitbekamen, dass sich doch eine Menge an Gehamsterten
angesammelt hatte. Hektisch wurde gestaut, gepresst und heimlich in die Koffer
der anderen Familienmitglieder gestopft und bei jeder neu entdeckten Tüte
entfuhr demjenigen ein leises: „Mist!“, „Verdammt!“ oder wahlweise auch „Ach du
liebe Scheiße!“. Aber mit Packkunst und Gewalt fanden die Dinge überwiegend
Platz in den Koffern. Mit „Ab durch die Hecke“ veranstalteten wir mit dem auf Nudelbasis
basierenden Abendbrot den schönen Abschiedsabend.
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