Montag, 17. September 2012

Wie im Film!


Unser heutiger Weg führte uns von Reno bis ganz nah an San Francisco. An der Grenze von Nevada und Kalifornien stießen wir auf eine (von uns als vermeintliche Mautkontrolle verbuchte) Kontrollstation, an der es aber eher um Gemüse – und Obstfragen ging. Der nette Zollbeamte stellte seine Fragen: „Haben Sie Äpfel dabei?“ und Papa antwortete grinsend: „Nein.“ Die nächste Frage lautete: „Haben Sie Feuerholz dabei?“ und wieder erklang ein fröhlich betontes „No.“ aus der Fahrerkajüte. Der Beamte schien zufrieden, nicht ahnend, dass mit das einzige, was wir noch besaßen Äpfel und Feuerholz waren J! Der größte Abschnitt war geschafft und nun waren es nur noch ein paar Kilometer bis Buffalo … äh … San Francisco (endet ja auch auf „o“!). Davor allerdings versuchten wir noch ein heiß ersehntes Objektiv für Papa aufzutreiben, der im Target (wie Walmart nur mit mehr Klamotten!^^) ein solches erblickt hatte. Der Tipp des Angestellte endete in einer Art „Road Trip“, bei dem ein mexikanisches Schnellrestaurant („Chili’s“), vor dessen Parkplatz bestimmt 20 schwarze und weiße Limousinen parkten, und ein McDonalds entscheidende Tipps gaben.

Diesmal wurde das letztere Restaurant nicht als Verursacher der Schwimmringe kleiner dicker Kinder angesehen, sondern als Rettung, da wir dank des kostenfreien WiFi nach einem Campground suchen konnten. Leider gab es das gewünschte Objektiv in dem Tipp – Laden nicht und so brummten wir weiter durch Concord, Walnut (durch Sacramento waren wir auch durchgefahren, aber die Zeit war leider etwas knapp) bis die Landschaft eher ostfriesisch anmutete mit einem Hauch Alligatorgebiet an der Seeseite. Unser Navi führte uns über den „Highway 160“, welcher sich als ein sich auf dem Damm gelegener Fahrradweg entpuppte, zum ersehnten Campingplatz. Hier war es nicht nur voll, sondern auch sehr windig, was trotz des schönen Ausblicks aufs Wasser, auch neben dem Rumpelpfad zur Weiterfahrt anregte. Mit viel Geschick manövrierte uns der Captain des Fordschiffes an Spaziergängern mit Hunden & anderen Autos vorbei, über steile Hänge hinweg bis über einen Riss im Teer, der denen aus dem Film „2012“ gar nicht unähnlich war.

Über die Brücke ging’s mit Schwung und wir waren noch dichter an San Francisco. Nicht verzagen- Navi fragen, welches uns fast bis zum nächsten RV – Park (zwischen Golfplätzen) führte, wir aber für genauere Informationen wieder auf zwischenmenschliche Kommunikation zurückgreifen mussten. Es war nicht unser schönster Campingplatz, aber preiswerter als erwartet und die Leute waren auch sehr nett. So fiel uns der Abschied auch ein wenig leichter, da wir den Abend auch ohnehin eher mit Packen als mit allem anderen verbrachten. Hierbei machten leichte Panikattacken die Runde, als wir mitbekamen, dass sich doch eine Menge an Gehamsterten angesammelt hatte. Hektisch wurde gestaut, gepresst und heimlich in die Koffer der anderen Familienmitglieder gestopft und bei jeder neu entdeckten Tüte entfuhr demjenigen ein leises: „Mist!“, „Verdammt!“ oder wahlweise auch „Ach du liebe Scheiße!“. Aber mit Packkunst und Gewalt fanden die Dinge überwiegend Platz in den Koffern. Mit „Ab durch die Hecke“ veranstalteten wir mit dem auf Nudelbasis basierenden Abendbrot den schönen Abschiedsabend.

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