Dienstag, 4. September 2012

Leaving the Grand Canyon


Um 7 Uhr verließen wir unser Trailer Village in Richtung Page. Unterwegs noch schnell das Eingangsschild vom Grand Canyon abgelichtet, 


besuchten wir daraufhin einen 1933 eröffneten Aussichtsturm mit originalen Hopi-Indianer-Zeichnungen. 
Hier trafen wir einen völlig neuen Touristentyp: den deutschen Rentner! J „Herbert, nun sag doch mal wie hoch isses denn nu hier? 2m? 10m? 100m? Nu sag doch!“ „Mann Erna, du nervst, was weiß ich denn, auf jeden Fall sehr hoch!“
 Dieses Mal wählten wir den eindeutig kürzeren Weg in Richtung Page, den wir auf der Hinfahrt infolge des Hurrikan‘s nicht nutzen konnten. Nach kurzem Stop im Walmart und Auftanken der Vorräte (für Papa fanden wir endlich den ersehnten Objektivkappen-Halter, der uns weiteren Kappen-Suchen-Stress ersparen sollte) erreichten wir den Lake Powell Campground. Unsere Angst keinen freien Platz mehr zu bekommen, erwies sich als unbegründet, da fast alle Sites leer waren. Zwar ohne shower, aber mit funktionierendem kostenlosem Wifi! Während Jule sich nahezu nahtlos bräunte, trat Hannes mit zwei Tüten leeren Wasserflaschen aus dem Mobil. In diesem Moment schoss ein Rennkuckuck aus dem Busch neben der Bank, auf der Jule lag. Hannes darauf aufmerksam zu machen, dauerte nicht lange, denn der Kuckuck saß fast an seinem rechten Bein, Papa aus dem Mobil zu scheuchen, bedurfte schon etwas mehr Bemühung, in der Zeit war der Kuckuck fast an den Sanitäranlagen angelangt. Sogleich verfolgte  Papa mit Kamera und nacktem Oberkörper den jagenden Roady-Roadrunner durch und um die Büsche und zog sich dabei natürlich einen Sonnenbrand zu. Aber die tollen Schnappschüsse waren es wert! 


Bei seiner Buschjagd scheuchte Papa auch noch ein Kaninchen auf, was dem Kuckuck Zeit zur Flucht gab, da er nun das Langohrtier verfolgte.
Obwohl eine frische Brise aufzog und sich der Arizona-Himmel wieder zum herbstlichen Hurrikan verdunkelte, machten wir uns am Nachmittag noch auf zum „Horseshoe-Bend“. Dort angekommen, hatte sich der Wirbelsturm wieder verzogen und der das Hufeisen umschlängelnde Colorado war in ein glitzerndes Licht getaucht. Nachdem Papa dieses herrliche Motiv aus allen erdenklichen Perspektiven geknipst hatte, gab es unseren extra für diese Sehenswürdigkeit mitgeschleppten und mit krassen lila Streuseln verzierten Schokodonut.

Zurück auf dem Campingplatz hörte man ein leises Knurren aus dem Mobilchen… das war kein Waschbär im Ofen, sondern das Magengrummeln der Jugend: „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger!“ Während die Süßkartoffeln auf dem Herd köchelten, waren Mama und Jule in der Laundry, um die elefantenbauchartige Waschmaschine mit Wäsche zu füttern. Da Hannes und Jule an der Vorbereitung für ein paar Campinggrounds saßen, holte Mama die Wäsche alleine aus der Laundry und wurde dafür in der Dunkelheit mit der Beobachtung eines süßen Springmäuschens (Ord-Kängururatte) belohnt. Mit einem weiteren Hühnchen, mit dem Papa im Walmart angekommen war, und dem Film Tintenherz beendeten wir den Abend. 

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