Um 7 Uhr
verließen wir unser Trailer Village in Richtung Page. Unterwegs noch schnell
das Eingangsschild vom Grand Canyon abgelichtet,
besuchten wir daraufhin einen
1933 eröffneten Aussichtsturm mit originalen Hopi-Indianer-Zeichnungen.
Hier
trafen wir einen völlig neuen Touristentyp: den deutschen Rentner! J „Herbert, nun sag doch mal wie hoch
isses denn nu hier? 2m? 10m? 100m? Nu sag doch!“ „Mann Erna, du nervst, was
weiß ich denn, auf jeden Fall sehr hoch!“
Dieses Mal wählten wir den eindeutig kürzeren
Weg in Richtung Page, den wir auf der Hinfahrt infolge des Hurrikan‘s nicht nutzen
konnten. Nach kurzem Stop im Walmart und Auftanken der Vorräte (für Papa fanden
wir endlich den ersehnten Objektivkappen-Halter, der uns weiteren
Kappen-Suchen-Stress ersparen sollte) erreichten wir den Lake Powell Campground.
Unsere Angst keinen freien Platz mehr zu bekommen, erwies sich als unbegründet,
da fast alle Sites leer waren. Zwar ohne shower, aber mit funktionierendem
kostenlosem Wifi! Während Jule sich nahezu nahtlos bräunte, trat Hannes mit
zwei Tüten leeren Wasserflaschen aus dem Mobil. In diesem Moment schoss ein
Rennkuckuck aus dem Busch neben der Bank, auf der Jule lag. Hannes darauf
aufmerksam zu machen, dauerte nicht lange, denn der Kuckuck saß fast an seinem
rechten Bein, Papa aus dem Mobil zu scheuchen, bedurfte schon etwas mehr Bemühung,
in der Zeit war der Kuckuck fast an den Sanitäranlagen angelangt. Sogleich
verfolgte Papa mit Kamera und nacktem
Oberkörper den jagenden Roady-Roadrunner durch und um die Büsche und zog sich
dabei natürlich einen Sonnenbrand zu. Aber die tollen Schnappschüsse waren es
wert!
Bei seiner Buschjagd scheuchte Papa auch noch ein Kaninchen auf, was dem
Kuckuck Zeit zur Flucht gab, da er nun das Langohrtier verfolgte.
Obwohl eine
frische Brise aufzog und sich der Arizona-Himmel wieder zum herbstlichen Hurrikan
verdunkelte, machten wir uns am Nachmittag noch auf zum „Horseshoe-Bend“. Dort
angekommen, hatte sich der Wirbelsturm wieder verzogen und der das Hufeisen
umschlängelnde Colorado war in ein glitzerndes Licht getaucht. Nachdem Papa
dieses herrliche Motiv aus allen erdenklichen Perspektiven geknipst hatte, gab
es unseren extra für diese Sehenswürdigkeit mitgeschleppten und mit krassen
lila Streuseln verzierten Schokodonut.
Zurück auf
dem Campingplatz hörte man ein leises Knurren aus dem Mobilchen… das war kein
Waschbär im Ofen, sondern das Magengrummeln der Jugend: „Wir haben Hunger,
Hunger, Hunger!“ Während die Süßkartoffeln auf dem Herd köchelten, waren Mama
und Jule in der Laundry, um die elefantenbauchartige Waschmaschine mit Wäsche
zu füttern. Da Hannes und Jule an der Vorbereitung für ein paar Campinggrounds
saßen, holte Mama die Wäsche alleine aus der Laundry und wurde dafür in der
Dunkelheit mit der Beobachtung eines süßen Springmäuschens (Ord-Kängururatte) belohnt. Mit einem
weiteren Hühnchen, mit dem Papa im Walmart angekommen war, und dem Film
Tintenherz beendeten wir den Abend.
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