Das sollte
ein schöner Tag werden, das merkte man an der uns am frühen Morgen in die
Gesichter scheinenden Sonne. Mama hätte gerne etwas mehr Vogelgezwitscher. Wie in
Australien. Bitte sehr. Hannes spielt Flötenvögelgesang ein. Sollten doch die
Touris um uns herum ruhig denken, dass wir einen Vogel haben. Zum Frühstück
gabs heute – Weißbrot – aber diesmal Italienisches!
Wiederum
nutzten wir den gut organisierten öffentlichen Nahverkehr. „Who forgot his
hat?“, fragte die freundliche
Busfahrerin der „Blue Route“. Wer wohl. Papa sprintete nach draußen und rettete
das gute Stück. Wir stiegen bei der Bright Angel Lodge aus. Vor der Lodge übten
wir uns ganz kurz im Rentnerleben und probierten die Schaukelstühle neben dem
Eingang aus. Aber für heute hatten wir uns noch etwas mehr vorgenommen.
Todesmutig stürzten wir uns auf den Bright Angel Trail, der steil hinunter in
den Grand Canyon führte. Die uns bereits aus der Tiefe entgegenkeuchenden
schweißtriefenden Frühaufsteher bedachten wir mit einem Schmunzeln. Abwärts
ging es ja erst mal ganz easy. Wenngleich Mama schon wieder Ausschau nach den
Muli‘ s hielt, auf denen man das Ganze auch faul (a la zur „Wartburg“) hätte
abarbeiten können. Aber für den stattlichen Preis, den ein Muli-Ritt gekostet
hätte, könnte man sich auch mindestens zwei Rucksäcke mit eingebautem
Wasserschlauch (gegebenenfalls auch für 2l Wein) kaufen. Außerdem fanden wir nur
die Muli-Kacke vor, konnten dazu aber unser
Wissen aus dem Buch „Who pooped in the Park?“ voll ausschöpfen. An einer
schönen Stelle mit Felsvorsprung und super Aussicht in den Canyon machten wir
unsere wohlverdiente Pause und denkwürdige Bilder.
Am Himmel zogen dicke
Regenwolken auf und der nächste Hurrikan (mit 30% Wahrscheinlichkeit
prognostiziert) bahnte sich an. Deshalb (und um Papas Meniskus sowie unser
aller Meniskus----kusse?-küsse?-ken? – wir fanden Menisküsse am besten – nicht unzumutbar
zu belasten) beschlossen wir einstimmig, den beschwerlichen Rückweg anzutreten.
Oben angekommen ähnelten wir den Frühaufsteher-Touris , die wir hinzu
beschmunzelt hatten. Da wir gestern einen Teil der Show vor dem Hopi-House
verpasst hatten, holten wir das Versäumnis nach und filmten die eindrucksvollen
Reifentänze des Indianers. Um unseren Grand-Canyon-Besuch abzurunden, fuhren
wir nun noch mit der „Orange Route“ (die einzige bisher von uns noch nicht
benutzte Shuttle-Linie) zum Yaki-Point. Hier waren wir nahezu die einzigen, die
den östlichsten für Touris zugelassenen Punkt mit wieder einer ganz anderen
eindrucksvollen Aussicht bestaunten.
Als wir zum Mobilchen zurückkamen dachten
wir uns: Wat’n Zufall! So sieht es also aus das Leben der Hopi – Indianer in
der heutigen Zeit: Wir hatten unsere zweimal beobachteten tanzenden und
singenden Hopi – Indianer genau vor der Nase, weil sie in einem Trailer (mit
Pick – up vorne dran). Einer der beiden hatte bei der Vorstellung erwähnt, dass
sie heute noch 3 Stunden fahren müssten, das wären sie wahrscheinlich auch schon
längst, wäre nicht irgendwas kaputt. Das schlossen wir aus den Beinen, die
unter dem Trailer hervorguckten, während der andere hektisch drum herum lief. Während
Jule, Hannes und Mama nochmal das National Geographic-Center aufsuchten, um den
besagten Weinrucksack zu erwerben und bei McDoof das kostenlose WIFI zu nutzen,
bereitete Papa das BBQ vor. Und so duftete es auch schon herrlich nach
Gegrilltem, als wir in der Dämmerung am Mobil eintrafen.
Beim köstlichen Essen
konnten wir zudem auch noch jeder eine Sternschnuppe begutachten, da es bereits
stock-dunkel war. Während die Fledermäuse um unser Mobil laut rufend jagten, verzogen
wir uns nach und nach (erst die Jugend, die Alten tranken noch einen Whisky) in
unsere mehr (die Alten) oder weniger (Jule und Hannes) weichen Betten.
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