Montag, 3. September 2012

Immer noch Labor Day – Weekend!


Das sollte ein schöner Tag werden, das merkte man an der uns am frühen Morgen in die Gesichter scheinenden Sonne. Mama hätte gerne etwas mehr Vogelgezwitscher. Wie in Australien. Bitte sehr. Hannes spielt Flötenvögelgesang ein. Sollten doch die Touris um uns herum ruhig denken, dass wir einen Vogel haben. Zum Frühstück gabs heute – Weißbrot – aber diesmal Italienisches!
Wiederum nutzten wir den gut organisierten öffentlichen Nahverkehr. „Who forgot his hat?“,  fragte die freundliche Busfahrerin der „Blue Route“. Wer wohl. Papa sprintete nach draußen und rettete das gute Stück. Wir stiegen bei der Bright Angel Lodge aus. Vor der Lodge übten wir uns ganz kurz im Rentnerleben und probierten die Schaukelstühle neben dem Eingang aus. Aber für heute hatten wir uns noch etwas mehr vorgenommen. Todesmutig stürzten wir uns auf den Bright Angel Trail, der steil hinunter in den Grand Canyon führte. Die uns bereits aus der Tiefe entgegenkeuchenden schweißtriefenden Frühaufsteher bedachten wir mit einem Schmunzeln. Abwärts ging es ja erst mal ganz easy. Wenngleich Mama schon wieder Ausschau nach den Muli‘ s hielt, auf denen man das Ganze auch faul (a la zur „Wartburg“) hätte abarbeiten können. Aber für den stattlichen Preis, den ein Muli-Ritt gekostet hätte, könnte man sich auch mindestens zwei Rucksäcke mit eingebautem Wasserschlauch (gegebenenfalls auch für 2l Wein) kaufen. Außerdem fanden wir nur die Muli-Kacke vor, konnten  dazu aber unser Wissen aus dem Buch „Who pooped in the Park?“ voll ausschöpfen. An einer schönen Stelle mit Felsvorsprung und super Aussicht in den Canyon machten wir unsere wohlverdiente Pause und denkwürdige Bilder. 


Am Himmel zogen dicke Regenwolken auf und der nächste Hurrikan (mit 30% Wahrscheinlichkeit prognostiziert) bahnte sich an. Deshalb (und um Papas Meniskus sowie unser aller Meniskus----kusse?-küsse?-ken? – wir fanden Menisküsse am besten – nicht unzumutbar zu belasten) beschlossen wir einstimmig, den beschwerlichen Rückweg anzutreten. Oben angekommen ähnelten wir den Frühaufsteher-Touris , die wir hinzu beschmunzelt hatten. Da wir gestern einen Teil der Show vor dem Hopi-House verpasst hatten, holten wir das Versäumnis nach und filmten die eindrucksvollen Reifentänze des Indianers. Um unseren Grand-Canyon-Besuch abzurunden, fuhren wir nun noch mit der „Orange Route“ (die einzige bisher von uns noch nicht benutzte Shuttle-Linie) zum Yaki-Point. Hier waren wir nahezu die einzigen, die den östlichsten für Touris zugelassenen Punkt mit wieder einer ganz anderen eindrucksvollen Aussicht bestaunten. 

Als wir zum Mobilchen zurückkamen dachten wir uns: Wat’n Zufall! So sieht es also aus das Leben der Hopi – Indianer in der heutigen Zeit: Wir hatten unsere zweimal beobachteten tanzenden und singenden Hopi – Indianer genau vor der Nase, weil sie in einem Trailer (mit Pick – up vorne dran). Einer der beiden hatte bei der Vorstellung erwähnt, dass sie heute noch 3 Stunden fahren müssten, das wären sie wahrscheinlich auch schon längst, wäre nicht irgendwas kaputt. Das schlossen wir aus den Beinen, die unter dem Trailer hervorguckten, während der andere hektisch drum herum lief. Während Jule, Hannes und Mama nochmal das National Geographic-Center aufsuchten, um den besagten Weinrucksack zu erwerben und bei McDoof das kostenlose WIFI zu nutzen, bereitete Papa das BBQ vor. Und so duftete es auch schon herrlich nach Gegrilltem, als wir in der Dämmerung am Mobil eintrafen. 


Beim köstlichen Essen konnten wir zudem auch noch jeder eine Sternschnuppe begutachten, da es bereits stock-dunkel war. Während die Fledermäuse um unser Mobil laut rufend jagten, verzogen wir uns nach und nach (erst die Jugend, die Alten tranken noch einen Whisky) in unsere mehr (die Alten) oder weniger (Jule und Hannes) weichen Betten.

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