Samstag, 15. September 2012

Good bye Yellowstone!


Epilog: Hallo ihr Lieben zu Hause an den PC – Bildschirmen. Weder waren wir zu faul zum Scheiben, noch wurden wir vom Bären gefressen (obwohl es nah dran war – siehe Blogeintrag^^), wir hatten schlichtweg weder Internet noch Handyempfang und so konnten wir die vorhergehenden Tage (inklusive 1 Tag Grand Teton) leider erst jetzt reinstellen. Jedoch wünschen wir euch viel Spaß beim Lesen!
So zurückhaltend der Yellowstone am Anfang – gerade im Bezug auf Tiere – auch war, verabschiedet hat er uns ordentlich. Als wir im morgendlichen Raureif über die Fishing Bridge fuhren, rief Papa ganz aufgeregt: „Bären!“ Wir dachten: Huch, wir sind doch noch gar nicht da, träumt Papa etwa noch? Aber nein, auf der linken Seite der Brücke, konnte man ein Stück entfernt zwei braune runde Punkte erkennen. Schnell anhalten! Wir stürmten aus dem Mobil und stolperten über zwei ältere Herrschaften mit Spektiv, die ihrerseits aufgeregt zum Auto stürmten. Vom Brückengeländer aus wurde durch das Leica – Fernglas festgestellt (daher waren wir uns sicher, dass es keine braunen rollenden Steine waren^^), dass es eine Grizzlymama mit „cub“ (Bärenkind) war, die da am Ufer entlang in unsere Richtung trottete.


Hinter uns versammelten sich mittlerweile nicht nur das aufgeregte Pärchen, sondern auch eine ganze Busladung inklusive gelben Bus. Nun hatte uns der Bär auch wahrgenommen, aber wohl bei der Menge an Menschen einen anderen Fluchtweg auserkoren. Er rannte, von dem kleinen gefolgt, einfach den Hügel hoch und verschwand zwischen den Büschen. Ein chaotisches Gewusel begann um uns, da die Rentner wie aufgescheuchte Hühner in den Bus stürmten, der zum Wenden weiterfuhr. Wir dagegen stellten uns einfach neben unser Mobil und mussten nicht lange warten: In ca. 40 m Entfernung überquerte das Bärenduo die Straße und trabte auf der anderen Seite den steilen Abhang hinauf und ward nicht mehr gesehen. Tja da kam der Postbus wohl zu spät. An der Luderstelle fuhren wir an einer Menge Autos und in Jack Wolfskin gehüllten Touristen vorbei, die mit dem Auge schon fast am Spektiv angefroren waren. Ein kurzer Blick durch das Fernglas bestätigte uns: 2 Grizzlys, 1 Wolf. Also schien es doch ein etwas größeres „Luder“ zu sein, vielleicht doch ein Bison?
Unsere Fahrt ging weiter Richtung West Entrance, immer noch klebten wir an der Scheibe, in der Hoffnung im Moosegebiet noch einen solchen zu entdecken. Diesen sahen wir erst nicht, dafür aber einen Coyoten, der ein wohl überfahrenes junges Mule Deer für sich eingenommen hatte und nun versuchte große Teile davon zu verschlingen, bevor ihm jemand zuvor kam. 


Sich hektisch umblickend, mampfte er und versuchte immer wieder seine Beute von der sich mehrenden Fotografenmenge weg zu ziehen. Da wir als eine der ersten angehalten hatten, blockierten wir nun aber leider die Straße und mussten in eine etwas weiter entfernte Nische am Straßenrand ausweichen. Papa fuhr fort den Coyoten mit den sich nun auch ansammelnden Raben zu fotografieren, während wir (Mama) das Frühstück vorbereiteten und duschten (Jule). Das Duschwasser war aber inzwischen schon wieder kalt geworden und so erwärmte Mama dankenswerterweise Wasser im Topf! Leider wollte sich kein großer Moose blicken lassen, dafür haben wir aber beim sehr genauen Hingucken eine neue Elchart entdeckt: Alces minor, der gemeine kleine Baumelch, der sich in Baumkronen wohnend von Ast zu Ast schwingt und deswegen am Boden keine Spuren hinterlässt. 

Am West Entrance angekommen, standen wir plötzlich inmitten einer kleinen Outletcenterstadt, in der es reduzierte Yellowstoneartikel vom T- Shirt bis zum Magnet in jeder Form und Größe gab. 


Zufrieden mit unseren Eindrücken und Erfahrungen, brummten wir durch Idaho. Mit blühenden Landschaften (Rapsfelder und Weiden), in denen die Bisons mittlerweile gegen Angusrinder ausgetauscht worden waren (es gibt hier durchaus Leute, die dafür stimmen, den Bisonschutz außerhalb des Parks aufzuheben, um ihr von den Rindern beweidetes Grasland nicht zu „gefährden“!). An beiden Seiten der Straßen hielten wir nur an, um eventuell einen überfahrenen Fuchs, Waschbären oder Coyoten zu fotografieren oder um zu tanken. Gegen 17.00 Uhr fuhren wir in Twin Falls ein, welches durch eine große Schlucht am Rande der Stadt und einen darin fließenden Fluss seinen Namen hat und fanden nach kurzer Suche einen schönen kleinen günstigen (15 $ die Nacht, äußerst preiswert!) Campground, direkt am Fluss gelegen. Hier gab es Strom und Wasser und Grills, die wir gleich zum BBQ machen nutzten. Neben dem guten Rind gab es an dem Abend auch noch eine andere, etwas flauschigere Delikatesse! J Hannes und Jule grillten erstmals Riesenmarshmallows über den kleinen Flammen des Grills. Das war lecker! „Die wärden ümmer mähr imm Muuuund!“ war Mama’s Eindruck nach der ersten Kostprobe, wohingegen Papa fleißig weiter auf den flauschigen süßen Zuckerkissen rumkaute  und dabei beide Backen vollgestopft hatte – wie ein Hörnchen, das Wintervorräte sammelt! J 

Na dann Gute Nacht! 

1 Kommentar:

  1. Hallo Ihr Chaoscamper,
    Na ein Glück, dass die Bären ihr "Luder" hatten! Da wart ihr ja ganz erfolgreich mit den Tierchen! Und den "Alces minor" habt ihr uns voraus, wir hatten allerdings zumindest im Teton 2 x Mooses und auch ein Pika, letzteres leider zu schnell für´s Foto. Die Kälte können wir nachvollziehen, wir fanden es Anfang August dort auch schon arschkalt und haben morgens das Mobilchen geheizt!
    Apropos: Mobilchen (C30) und Flüge nach/ab Seattle für nächstes Jahr sind komplett gebucht!
    Wir lesen eure Einträge nach wie vor mit großem Vergnügen, sind (nur ein bisschen!) neidisch und komisch, immer noch kommt uns so viel bekannt vor!
    Übrigens: Wenn ihr wieder in Europa seid: Am 4.10. 19.00 läuft unser Vortrag über die Reise in etwas neu aufbereiteter und perfektionierter Form in Full-HD-Ton-Präsentation zur Eröffnung des 7. Potsdamer Naturfotoherbstes im Haus der Natur!
    beste Grüße
    Frank

    AntwortenLöschen