Mittwoch, 12. September 2012

Es geht noch kälter!


Scheißkalt war gar kein Ausdruck mehr. Trotzdem heute Nacht nur ein halbes Fenster offen war, froren wir alle wie die Schneemänner. Zum Glück erbarmte sich Mama, stand als erste auf und bereitete alles so vor, dass bald lauschig warme Luft durch das Mobil strömte. Geduscht wurde hier, Gefrühstückt erst am etwas sehenswerteren Ausguck auf das Hayden Valley, wo uns sofort wieder unsere gehörnten Bekannten im wahrsten Sinne des Wortes „über den Weg“ liefen, genauer gesagt über die Straße und sie gingen, nachdem sie auf dem Teerweg standen, nicht einfach weiter – Nein! Sie mussten unbedingt mitten auf der Fahrbahn stehen bleiben und sich die Autokennzeichen von Nahem betrachten! Nach einem gefühlten halben Film Bisonfotos konnten wir dann endlich frühstücken. Später führte uns unser Weg über Canyon Village (General Store und Visitor Center), Mt Washburn (ein Coyote auf der Fahrbahn!!! Kein Wolf, aber immerhin schon etwas!) und die Tower Falls, wobei wir uns die letzten beiden und den Grand Canyon of the Yellowstone auf der Rücktour ansehen wollten. Auch das nächste Tier ließ nicht lange auf sich warten: eine Pronghorn-Antilope, die wir erspähten, während wir in unserem Mobilchen, ein wenig ängstlich um die engen Kurven brausend, auf dem Weg in Rchtung Northeast Entrance waren. Wir hielten am Pebble Creek, wo laut unserem Yellowstone – E – Book von einer Wolfsforscherin eine Menge zu sehen sei. Hmmm… leider hatten die Tiere das Buch wohl nicht gelesen, denn obwohl wir extra den Pebble Creek auf überhaupt nicht rollstuhlgerechten Trampelpfaden entlang liefen fanden wir keines, das sich als hier ansässig outen wollte. Der Ort ist aber dennoch schön, außerdem sehr ruhig, was auf den Mangel an Touristen zurückzuführen istJ

Schade, hier wäre doch ein schönes Elchgebiet, und das muss es wohl auch gewesen sein, denn wir stolperten schließlich über die von ihnen in den Park gepoopten, allerdings schon stark getrockneten Hinterlassenschaften. Gezeigt haben sich die Verursacher aber leider nicht… also wieder zurück! Unterwegs sperrten wir die Augen sehr weit auf, Fotoapparat und Fernglas immer im Anschlag. Auf der Rücktour mussten wir wieder durch die enge, noch durch eine Baustelle erschwerte (viel Zeit haben sie hier zwischen Touristenansturm und Wintereinbruch nicht, denn im September fällt hier der erste Schnee, sehr früh, wenn man bedenkt, dass er erst Ende Mai komplett wegtaut! Aber auch Sister Karberry wusste schon: „Hier gibt es keinen Herbst, der Sommer geht direkt in den Winter über!“) Bergstraße. Auf dem Rückweg hielten wir am Tower Fall und am „Grand Canyon of the Yellowstone“, da aber nichts so recht im hübschen Licht saß, stand oder floss, beschlossen wir diesen Punkt irgendwann am Morgen noch einmal abzulichten. Im Hayden Valley stampften gerade noch die letzten drei Tiere der Bisonherde durchs Wasser, aber sie waren nicht schnell genug, um Papa mit dem Fotoapparat zu entkommen. 


Am Elk Antler Creek aßen wir unsere sicherste Abendbrotvariante (Nudeln mit Tomatensoße und viiiieel KnoblauchJ) und beobachteten die Wildnis. Leider konnten wir an diesem Abend keine aufregenden Beobachtungen verzeichnen und so fuhren wir mit dem Mobilchen in der Dunkelheit dem Campground entgegen und bereiteten uns auf die nächste kalte Nacht vor.

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