Scheißkalt
war gar kein Ausdruck mehr. Trotzdem heute Nacht nur ein halbes Fenster offen
war, froren wir alle wie die Schneemänner. Zum Glück erbarmte sich Mama, stand
als erste auf und bereitete alles so vor, dass bald lauschig warme Luft durch
das Mobil strömte. Geduscht wurde hier, Gefrühstückt erst am etwas
sehenswerteren Ausguck auf das Hayden Valley, wo uns sofort wieder unsere
gehörnten Bekannten im wahrsten Sinne des Wortes „über den Weg“ liefen, genauer
gesagt über die Straße und sie gingen, nachdem sie auf dem Teerweg standen,
nicht einfach weiter – Nein! Sie mussten unbedingt mitten auf der Fahrbahn
stehen bleiben und sich die Autokennzeichen von Nahem betrachten! Nach einem
gefühlten halben Film Bisonfotos konnten wir dann endlich frühstücken. Später
führte uns unser Weg über Canyon Village (General Store und Visitor Center), Mt
Washburn (ein Coyote auf der Fahrbahn!!! Kein Wolf, aber immerhin schon etwas!)
und die Tower Falls, wobei wir uns die letzten beiden und den Grand Canyon of
the Yellowstone auf der Rücktour ansehen wollten. Auch das nächste Tier ließ nicht
lange auf sich warten: eine Pronghorn-Antilope, die wir erspähten, während wir
in unserem Mobilchen, ein wenig ängstlich um die engen Kurven brausend, auf dem
Weg in Rchtung Northeast Entrance waren. Wir hielten am Pebble Creek, wo laut
unserem Yellowstone – E – Book von einer Wolfsforscherin eine Menge zu sehen
sei. Hmmm… leider hatten die Tiere das Buch wohl nicht gelesen, denn obwohl wir
extra den Pebble Creek auf überhaupt nicht rollstuhlgerechten Trampelpfaden
entlang liefen fanden wir keines, das sich als hier ansässig outen wollte. Der
Ort ist aber dennoch schön, außerdem sehr ruhig, was auf den Mangel an
Touristen zurückzuführen istJ.
Schade, hier wäre doch ein schönes Elchgebiet, und
das muss es wohl auch gewesen sein, denn wir stolperten schließlich über die
von ihnen in den Park gepoopten, allerdings schon stark getrockneten
Hinterlassenschaften. Gezeigt haben sich die Verursacher aber leider nicht…
also wieder zurück! Unterwegs sperrten wir die Augen sehr weit auf, Fotoapparat
und Fernglas immer im Anschlag. Auf der Rücktour mussten wir wieder durch die
enge, noch durch eine Baustelle erschwerte (viel Zeit haben sie hier zwischen
Touristenansturm und Wintereinbruch nicht, denn im September fällt hier der
erste Schnee, sehr früh, wenn man bedenkt, dass er erst Ende Mai komplett
wegtaut! Aber auch Sister Karberry wusste schon: „Hier gibt es keinen Herbst,
der Sommer geht direkt in den Winter über!“) Bergstraße. Auf dem Rückweg
hielten wir am Tower Fall und am „Grand Canyon of the Yellowstone“, da aber
nichts so recht im hübschen Licht saß, stand oder floss, beschlossen wir diesen
Punkt irgendwann am Morgen noch einmal abzulichten. Im Hayden Valley stampften
gerade noch die letzten drei Tiere der Bisonherde durchs Wasser, aber sie waren
nicht schnell genug, um Papa mit dem Fotoapparat zu entkommen.
Am Elk Antler
Creek aßen wir unsere sicherste Abendbrotvariante (Nudeln mit Tomatensoße und
viiiieel KnoblauchJ) und beobachteten die Wildnis. Leider konnten wir an diesem
Abend keine aufregenden Beobachtungen verzeichnen und so fuhren wir mit dem
Mobilchen in der Dunkelheit dem Campground entgegen und bereiteten uns auf die
nächste kalte Nacht vor.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen