Wer steht
früh auf? Der Elch. Wer muss also auch früh aufstehen? Wir! Heute Nacht war es
zwar nicht ganz so kalt, aber es hat gereicht. Da Jule aufs Duschen vorerst
verzichtete ging es schneller los. Unser erster Halt galt dem „Luder“ – Platz
vom Vorabend. Hier standen auch schon wieder eine Menge Leute, die entweder hier übernachtet haben
oder nicht schlafen konnten, keine Ahnung! Am Fleischhaufen selbst befanden
sich drei Grizzlys mit Raureif auf dem Bärenhintern und drei Wölfe, die sich
farblich sehr gut anpassten, sodass zwischendurch Unstimmigkeit darüber bestand
ob es nun zwei oder drei Wölfe waren. Ein Stückchen weiter hielten wir dann an,
um zu frühstücken und für die letzte ausstehende Dusche. Mit Nebel über dem
River und leise schnatternden Kanadagänsen vor dem Fenster machten wir uns über
Rosinentoast, Cornflakes, Kaffee und Kakao her.
Da ein schönes Licht herrschte,
fuhren wir zum „Grand Canyon of the Yellowstone“. Hier liefen wir über ca. 350
Stufen (den „Uncle Tom’s Trail“) zum Lower Fall, der sich, beleuchtet von der
aufgehenden Sonne, vor den gelben Felswänden (von denen der „Yellowstone Park“
seinen Namen hat) in den Yellowstone River ergießt. Wunderbarerweise entstand
dabei auch noch ein Regenbogen, was sich zum absoluten Postkartenmotiv
entwickelte.
Dann die über 300 Stufen wieder hoch -.-! Schließlich wollten wir
doch noch zu den Upper Falls. Die waren zwar von einer Busladung Touris
umstellt, aber nicht annähernd so schön und ohne Regenbogen. Weiter geht’s! Auf
zum Norris Geysir Basin. Zwar hatten wir schon ausreichend viele Geysire
gesehen, aber dies war das älteste und hydrodynamisch aktivste Basin im
Yellowstone Nationalpark. Also stiefelten wir durch das „Porcelain Basin“ und
standen erwartungsvoll vor dem „Steamboat Geysir“, obwohl der nur alle 4 Tage
bis 55 Jahre ausbricht (die offensichtlich gerade nicht herum waren!).
Genug
des Guten! An einem Bisonstau vorbei tuckerten wir zu den „Mammoth Hot
Springs“, die uns allerdings nicht so recht umhauten. Angel Terrace war noch
sehr schön anzusehen, ein bisschen wie bei den Eisbären im Zoo, aber an den
„Main Springs“ war es eher ein wenig trocken – zu Deutsch: tote Hose. Am
höchsten Punkt riskierte Hannes umsonst sein Leben für das Absenden einer SMS.
In die Luft schmeißen (wie die Mongolen es machen) wollte er es nicht, da er
Angst hatte, es könnte in eine der ausgetrockneten Quellen fallen.
In Mammoth
selbst gab es eine Post, mehrere Shops, ein Restaurant, ein Visitor Center, ein
Hotel und ein paar „Elks“, die es sich zum Hobby gemacht hatten die Touristen
zu ärgern, wenn diese ihnen zu nahe kamen. Unser Tagesplan führte uns weiter in
Richtung North Entrance, immer noch auf der Suche nach dem Moose. Wir fanden
zwar was mit Geweih, aber das war nur eine Gruppe „Elks“, die um und im Fluss
standen und mampften, wieder beobachtet von ganzen Touristenscharen. Wir
enterten für wenige Meter Montana. Höher
ging es nicht, ohne aus dem Park herauszufahren, also retour, aber über das
letzte Stück Straße im Norden, auf dem wir noch nicht gefahren waren und wo wir
uns viel Wildlife erhofften. Treu waren nur unsere Bisons, die auch hier mit
Freuden die schöne ebene Straße mitbenutzten. Papa wollte noch am „Brink of
View of the Upper Falls“ anhalten, um den Wasserfall noch mal von oben zu
sehen. Hier standen leider auch wieder „nur“ Mule Deers herum. Zur
Abendbrotszeit zog es uns wieder ins Hayden Valley. Hier liefen Hannes und Jule
noch mal zum Autoauflauf, um zu sehen, ob es etwas Neues von der „Luder“ –
Front gab. Es waren diesmal zwei Grizzlys zu sehen, die gemütlich am Fleisch
nagten, während sie von einem schwarzen Wolf mit heller Gesichtszeichnung
beobachtet wurden. Ein weiterer großer Grizzly näherte sich vom Waldrand und
begann sich mit den anderen beiden um die Reste zu zanken. Ein weiteres
Highlight war der plötzlich am Fluss auftauchende Weißkopfseeadler, dem Hannes
sofort hinterher rannte, um ihn auf den Kamerabildschirm zu bekommen. Als wir
am Straßenrand zurückstampften, lief vor uns ein Teil der großen Bisonherde
einfach stur zwischen den Autos und Menschen über die Straße. Wenn da etwas /
jemand im Weg steht – das gibt große Beulen, nicht nur im Blech! Da wir einen
langen Tag hinter uns hatten und die Dunkelheit hereinbrach, fuhren wir mit den
bereits gekochten Kartoffeln zum Campground, um sie dort zusammen mit den
gebratenen Hühnerkeulen zu verspeisen. Das letzte Tier, das uns an diesem Abend
verabschiedete war ein riesiger Bisonbulle, der auf der Gegenfahrbahn gemütlich
den Verkehr aufhielt!
Dass die Sinterterassen immer weniger Wasser bekommen, deutete sich 2009 schon an. Allerdings scheint das zum Sommerende immer noch weniger zu sein! Zumindest die Canary Springs waren bei uns noch randvoll und intakt, die Minervaterassen hingegen völlig trocken. Dort ist eben alles im Wandel!
AntwortenLöschenAber seid froh, dass es 2012 doch nicht ganz so kam wie vorausgesagt :)
http://www.youtube.com/watch?v=cUT8g8_Yd2Y
Beste Grüße
Frank und Ariane