Mittwoch, 19. September 2012

Bulle auf dem Boulevard!


Das war er nun: der letzte Tag. Tja wie heißt es so schön: Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. Aber er war ja noch nicht vorbei. Zunächst wurden wir sehr früh am Morgen (ja die Teubners sind zu Frühaufstehern geworden, man glaubt es kaum,Not macht erfinderisch^^) von den zarten Klängen von Hannes Handywecker (Titelmelodie Aschenbrödel! Wer es kennt: Die Szene, in der Aschenbrödel von außen durch Fenster guckt!^^) geweckt, Es wollte keiner so richtig aufstehen, da es draußen grau, windig und kalt war. Bei einem Blick aus dem Fenster sahen wir unter uns die ersten Street Cars, Busse, Passanten und einen kleinen Zigarettenmarkt, direkt vor unserem Hotelausgang, der von überwiegend älteren asiatischen Frauen regiert wurde. Nach dem Frühstück, den englischen Nachrichten (bei denen sie zig Mal hintereinander das gleiche Bild von im Stau steckenden Autos zeigten, der wollte sich aber auch einfach nicht auflösen der doofe Stau), die uns aufzeigten wie wichtig ein Jacuzzi für die Gesundheit ist (ja immer her damit, wenn ihr es bezahlt und dem Einstellen des Blogs, elevateten Hannes und Jule zur Rezeption, um bei dem netten Rezeptionisten ein Taxi für den nächsten Tag zu bestellen. Mit einem heißen Tee in der Hand traten wir vor die Tür, jedoch die ersten Cable Cars nicht nehmen, da immer noch irgendwas fehlte! Hannes joggte noch mal nach oben, denn er hatte die Verpflegung vergessen, währenddessen sich Papa mit einem „Ich geh bloß mal ganz kurz gucken, was das da hinten ist…“ blitzartig wie Road Runner aus dem Staub machte. Um ihn wieder einzufangen, mussten wir hinterher und landeten auf einem Wochenmarkt, wo es allerhand zu sehen gab: Gemüse, Obst, Blumen, Fisch, Schokolade, ein dreiköpfiges chinesisches Orchester, wieder ein hünenhafter Polizist (1,95 m gehört hier wohl zum Einstellungskriterium im Polizeidienst!) und eine sehr junge Fastkopie des legendären Bob Dylan. Da wir heute ein Tagesticket, mittlerweile Papa und auch Hannes wieder hatten, stiegen wir in die Street Car und düsten davon. Auf der letzten Bank saß ein Mann, der einen leicht verwirrten Eindruck machte, das tat er, indem er hinter Jule und Hannes in kurzen Abständen laut und vernehmlich (sehr gruselig!) kicherte! Wolfkamera hatte hier eine Linse für unseren Papa zu bieten und nach einem Abstecher bei der Post und dem Target, der erst am 15.10.2012 eröffnet wurde, fanden wir uns an dem sonnigen Cable Car Turnaround wieder. Vor uns in der nicht allzu kurzen Schlange stand das holländische Pärchen, welches gestern mit uns in der Lobby gesessen und aufs ausgefallene Internet gewartete hatte. Es grüßte uns sehr spät erst, war ja auch alles sehr aufregend und stieg mit uns in dieselbe Cable Car. 


Wir tuckerten und tuckerten und waren alle ganz gespannt, die Hügel hinauf und hinunter. Jedoch bleibt es nicht ohne Folgen, wenn wir mal eine Straße entlang wollen: Auf der Hälfte der Strecke blieb die Cable Car ohne ersichtlichen Grund mehrere Minuten lang stehen. Zunächst wusste niemand nichts und so wurde die Pause zum Knipsen genutzt. Schließlich aber rückten Feuerwehr und Krankenwagen an und wir mussten per Bus weiter. Am Hyde Peer, hatte wir nicht nur einen schönen Blick auf alte Frachtschiffe und eine Klasse, die heute wohl einen Segelausflug machte, sondern auch auf die Golden Gate Bridge und Alcatraz. 



Am „Beach“ entlang schlendert und unser Mittagessen verspeisend beobachteten wir die Polizisten auf Pferden und zwei Robben, die sich genüsslich (den Kopf aus dem Wasser streckend) in der Sonne ahlten. Auf einem kleinen Betonpier, der die Aquatic Bay umrundete, trafen wir das holländische Pärchen, welches übrigens in Las Vegas geheiratet hat, und schossen das ein oder auch das andere hübsche Bild mit und ohne uns vor der Golden Gate Bridge und dem Schwerverbechergefängnis.
Der Weg zum Pier 39 war gepflastert mit kleinen Geschäften, hauptsächlich Souvenirläden, die (wie Hannes betonte: Das ist wie in Loret de Mar, jeder verkauft das Gleiche, da kommt man vom Regen in die Traufe) sich in ihrem Angebot sehr ähnelten. Papa hatte nicht nur ein Auge auf ein Markoobjektiv geworfen, aber da wir keine Bank of America (wo verstecken die sich, wenn man sie wirklich mal braucht? Nehmen die Automaten dann die Farbe der Wand an, in der sich stecken, oder was?) musste das zurückstehen. Erschlagen von der Vielfalt an bunten T – Shirts und Krimskrams schlängelten wir uns zum nächsten Highlight San Franciscos: The Crookedest Street, die absolut steile Straße ever. Sie ist mit Kurven und Hortensienkästen ausgestattet, sodass die Leute, die ein Auto haben und es auch fahren können, sich in schlangenartigen Bewegungen die Straßen herunter schlängeln können. Von dort aus liefen wir die Hügel hinunter (an einer Schule vorbei, auf deren Sportplatz gerade so eine Art Brennball lief) bis zu Fisherman’s Wharf. Auch hier wieder dasselbe Kaufangebot, nur unterbrochen vom „Rainforest Café“, dem „Wax Museum“ und dem „Believe ist or not“ – Ausstellungshaus. Da es aber mittlerweile schon 15.00 Uhr war, konnten wir nicht allzu sehr trödeln und machten uns auf zum Pier 39. Hier lagen sie: die Seelöwen! Faul und brüllend in der Sonne, immer umrundet von knipsenden Touristen. Der Pier 39 bietet noch mehr: Boots – und Fährfahrten und eine Touristenmeile, in der es von Lacoste bis zum Magnetenladen und Fudgestore alles gibt für den jeweils angepassten Geldbeutel (so würde es vermutlich auch im Reiseführer stehen^^). Da uns frische Austern aus der San Francisco Bay nicht fehlen durften, ließen wir uns in einem teuren Lokal mit Blick auf Seelöwen, Alcatraz und der Golden Gate Bridge nieder. 


Auf den erstaunten Blick der Waitress auf ihre Frage nach Getränken antworteten wir mit einem netten „Nein, danke!“. Als sie uns fragte, ob wir uns da wirklich sicher seien, sah sie schon etwas besorgt aus, wir wissen nicht, ob sie Angst hatte wir könnten, wenn wir schon die Getränke wegließen, sicher das Essen nachher nicht bezahlen oder dass das Essen hier so trocken war, dass man es ohne Flüssigkeit nicht herunterwürgen konnte. Beim Blick auf die Preise der Speisekarten hofften wir, dass es nicht letzteres sein würde und nahmen an, dass sie uns eher für ein wenig seltsam einstufte. Wir bestellten 6 Austern (für die Eltern), drei Minihamburger für Hannes und Jule bekam einen Spinatsalat mit Bacon, gegrillter Paprika und Vinaigrette, die im Abgang fürchterlich säuerlich war, aber was willst du auch erwarten für einen 9 $ Salat? ;)
Das wir uns später noch etwas reichhaltigeres suchen mussten war klar und so machten wir uns in der untergehenden Sonne vorbei an den Seelöwen auf den Heimweg. Vorbei an Boudin (einem sehr alten Bäcker, welcher noch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt), in dessen Schaufenster kleine Brote in Krabben - und Schildkrötenform und sogar in der etwas angebräunten  Variante ein großes Brotkrokodil lagen. Hier gab es auch „das“ Gericht San Franciscos: ausgehöhltes, rundes Brot, wobei das ausgehöhlte als Suppenteller diente! Sehr nachhaltig! Leider hatten wir keine Zeit mehr es zu probieren und liefen, noch einmal an einem Walgreen’s vorbei zur Cable Car, wo sich schon eine sehr lange Schlange gebildet hatte und überhaupt nicht der Eindruck entstand, dass hier noch was passierte. Aber mit der Zeit wachte der ein oder andere Cable Car Fahrer wieder aus seinem Dämmerschlaf auf und besann sich seines Jobs. Unterhalten wurden wir dabei von einem stark pigmentierten, lustigen Amerikaner, der bei jeder abfahrenden alten Bahn „I Want to be on that Cable Car“ für diejenigen ins Mikro rappte, die noch nicht mitgekommen waren. Ansonsten war er sehr unterhaltsam, lustig und band die wartende Menge gut mit ein. Schließlich schafften wir uns auch auf eine zu schwingen, wobei Papa und Jule draußen und Hannes und Mama drinnen saßen. Immer mehr Lichter wurden in den Straßen angemacht, als wir bergauf bergab die Hügel hinauf und hinunter sausten. Einmal wurde es recht knapp für die nette junge Dame, die außen „dranhing“, da die Autos schlecht geparkt hatten. Aus dem San Francisco Center holten wir uns aus der Bistro Farm noch für je 7$ „Special Wednesday“ etwas vom kalten / warmen Buffet, um es zu Hause zu verspeisen. Back im Zimmer hatte sich doch tatsächlich irgend so ein armer Houskeepingmensch durch unser Chaos wühlen müssen, um an die  Betten heranzukommen, um sie neu zu beziehen. Nachdem wir erst eine Weile geräumt hatten, verspeisten wir die Köstlichkeiten zusammen mit ein paar Abschluss – ALF – Folgen und einem Live Konzert vor dem Fenster. Ja nun nicht direkt. Jedenfalls war es sehr laute Musik von den von uns vermuteten Red Hot Chili Peppers, von denen aus nach Ende des Konzerts wahre Menschenmassen in die Gegend strömten. Ja dann auf zur letzten Nacht auf amerikanischem Boden. Morgen geht es mit Taxi um 5.45 Uhr zum Flughafen! 

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